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Luftfahrtriese vor entscheidendem Umbau So schlecht steht es wirklich um Lufthansa

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Rote Zahlen

Die größten Airport-Pannen
Berlin Quelle: dpa
Athen
Bangkok Quelle: dpa
Denver Quelle: AP
Hongkong Quelle: AP
Kuala Lumpur Quelle: REUTERS
Paris Quelle: AP

Die Mehrkosten kann Europas größte Fluglinie nicht brauchen: Schon das vergangene Geschäftsjahr beendete sie mit Verlust. Seitdem häufen sich neue Ausgaben. Das strenge Nachtflugverbot in Frankfurt, bei dem die Linie immer wieder Starts in letzter Minute absagen muss, könnte jährlich 50 Millionen Euro kosten. Dazu kommen Umweltabgaben von bis zu 400 Millionen Euro pro Jahr für die deutsche Luftverkehrsteuer sowie wahrscheinlich weitere gut 100 Millionen für den Emissionshandel, bei dem die Fluglinien für ihren Kohlendioxidausstoß bezahlen müssen. Und weil die Lufthansa mehr als ein Drittel ihres Geschäfts außerhalb Deutschlands macht, belasten auch Euro-Krise und Konjunkturschwäche die Bilanz.

Dabei hat die Lufthansa schon genug Probleme. Zuerst bescherten ihr Billigflieger wie die britische Easyjet auf Kurzstrecken angeblich gut 300 Millionen Euro Miese pro Jahr. Die konnte die Linie bisher durch profitable Langstrecken ausgleichen. Doch nun sinken auch da die Gewinne, weil Linien wie Emirates, Qatar Airways oder Turkish Airlines ihre Langstreckendienste billiger anbieten. „Das begrenzt bei Lufthansa und anderen die Möglichkeit, mehr zu verlangen“, sagt Christoph Brützel, selbstständiger Berater und Professor für Luftverkehrsmanagement an der Fachhochschule Bad Honnef. „Und zwar nicht nur dort, wo Emirates & Co. in direkter Konkurrenz fliegen, sondern auf allen Strecken.“

Die Probleme der Lufthansa

Passiert ist bisher wenig

Dagegen wollte Franz den Konzern, den er seit Anfang 2011 leitet, mit dem radikalen Sparprogramm Score wappnen: Zentralisierung des Einkaufs, weniger Eigenständigkeit der Töchter und Beseitigung doppelter Verwaltungsstrukturen sollten mindestens 1,5 Milliarden Euro bringen.

Doch passiert ist wenig. Zwar hat Franz Josef Bogdanski, den raubeinigen, ehemaligen Vertriebsleiter Deutschland, als Score-Chef eingesetzt. „Josef gehört zu den wenigen bei uns, die keine Scheu haben, anderen kräftig und vor allem nachhaltig auf die Füße zu treten“, beschreibt ein ehemaliger Mitarbeiter den bulligen Manager. Doch selbst der tut sich schwer: „Auch wenn es nur darum geht, die Serviette zu ändern, sitzen 20 Leute aus allen Abteilungen mit am Tisch“, klagt ein Insider.

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