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Lufthansa-Bonusprogramm Wer vom Aufschub der Miles-and-More-Reform profitiert

Meilensammeln schwer gemacht. Ein Großteil der Lufthansa-Flotte ist derzeit wie hier in Berlin geparkt. Viele Vielflieger werden deshalb nicht genügend Flüge für einen Statuserhalt bei Miles and More sammeln können.  Quelle: dpa

Das Bonusprogramm der Lufthansa kommt zwar Vielfliegern während der Coronakrise etwas entgegen. Kulanzregeln für die Meilen von Gelegenheitsfliegern gibt es allerdings nicht.

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Die Gute Nachricht für alle Vielflieger zuerst: Die Lufthansa-Tochter Miles and More verschiebt die umstrittene Reform ihres Bonusprogramms aufgrund der Coronakrise um ein ganzes Jahr auf Januar 2022. Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens der WirtschaftsWoche. Nach der Reform wird der Frequent-Traveler-, Senator- oder HON-Circle-Status nur noch für ein Jahr gültig sein, statt wie bisher für zwei. Ein solcher Status erlaubt es Passagieren beispielsweise, mehr Freigepäck mitzunehmen oder die Wartelounges am Flughafen zu nutzen.

Mit der Reform wird es zukünftig auch schwieriger, einen Status als Lufthansa-Vielflieger über Buchungen bei den Partnern in dessen Star Alliance zu erlangen. Eine gewisse Zahl der notwendigen Punkte muss nach der Reform von der Kranichlinie, ihren Töchtern oder von Miles-and-More-Mitherausgebern wie der polnischen LOT stammen. In Vielfliegerkreisen hatte die Reform deshalb schon nach Bekanntwerden im vergangenen November für Kritik gesorgt.

Ihren treuesten Kunden kommt das Lufthansa-Bonusprogramm mit der Verschiebung etwas entgegen. Auch sorgt eine Corona-Sonderregelung dafür, dass ein Vielfliegerstatus, der eigentlich im Februar 2021 abgelaufen wäre, automatisch ein Jahr länger aufrechterhalten wird. Grund dafür ist die Tatsache, dass es vielen Vielfliegern in diesem Jahr schwer fallen dürfte, ausreichend Meilen für den Statuserhalt zu sammeln. Steht doch der größte Teil der Lufthansa-Flotte zurzeit geparkt am Boden. Der Flugmeilen-Experte Alexander König kommentiert die Corona-Regeln zum Lufthansa-Status dennoch als „insgesamt etwas mager“.

Gnade nur für Vielflieger

Ähnlich dürfte der Eindruck mancher Kunden sein, zumindest beim Umgang mit Prämienmeilen. Während die Meilen bei Vielfliegern ohnehin vor einem Verfall geschützt sind, erlöschen sie bei Passagieren ohne Status nach zwei Jahren. Diese Personen müssen sie nach wie vor rechtzeitig einlösen, eine Corona-bedingte Verlängerung werde es hier nicht geben, heißt es aus dem Unternehmen.

Das dürfte auch ein Grund sein, warum der Absatz von Sachprämien seit der Coronakrise im Meilenshop angestiegen ist. Dort können die Kunden vom Wein bis zum Gasgrill verschiedenste Waren kaufen und diese mit Prämienmeilen bezahlen. 

Die Meilenverwaltung Miles and More steuerte in den letzten Jahren immerhin einen dreistelligen Millionenbetrag zum Konzernumsatz der Lufthansa bei. Der größte Teil der Einnahmen stammt aus dem Verkauf von Meilen an Kreditkartengesellschaften oder andere Partnerunternehmen wie Autovermieter, die diese dann wiederum ihren Kunden auf dem Miles-and-More-Meilenkonto gutschreiben können. 

Andere Airlines sind derweil deutlich freigiebiger im Umgang mit ihren Meilen, um ihre Geschäfte trotz Corona zumindest ein wenig in Gang zu halten. So bietet etwa die US-Airline Delta zurzeit die vierfachen Zahl Meilen auf Umsätze mit der Meilen-Kreditkarte. Die Golf-Airline Etihad verspricht Passagieren bis zu 400 Dollar und 5000 Meilen, wenn sie ihren vor dem 31. Juli stattfindenden Flug umbuchen, statt ihn abzusagen. 

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