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Lufthansa gegen Ufo Warum bloß schon wieder ein Streik?

Quelle: dpa

Der Streik bei der Lufthansa ist das Ergebnis eines kleinlichen Kampfs mit einer ungeliebten Gewerkschaft. Die Leidtragenden sind die Passagiere. Mal wieder. Dass es auch anders geht, beweist ein Blick ins Ausland. Ein Kommentar.

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Wenn ab Donnerstag die Kabinengewerkschaft UFO zwei Tage lang die Lufthansa bestreikt, ist das auf den ersten Blick ein normaler Arbeitskampf, den viele Reisende ausbaden müssen.

Nachdem bereits vor zwei Wochen laut Schätzungen bis zu 200 Flüge aufgrund eines ersten Streiks ausgefallen sind, trifft es nun 1300 – rund ein Viertel des Flugplans. Zwar hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr für Mittwochabend ein Krisentreffen mit UFO sowie den Flugbegleiter-Organisationen Verdi und Cabin Union einberufen. Doch das wird nicht verhindern, dass gut 180.000 Kunden ihre Reise nicht wie geplant antreten können.

Auf den zweiten Blick ist der Ausstand für die Kunden sogar noch ärgerlicher als auf den ersten. Denn hinter dem Ausstand steckt ein kaum nachvollziehbares Kräftemessen. Es bleibt das ungute Gefühl, Lufthansa wolle sich eines unliebsamen und geschwächten Tarifpartners entledigen. Dafür nutzt sie Mittel, die stellenweise mehr an den Sandkasten erinnern als ein Dax-Unternehmen.

Ein paar Beispiele? Die Lufthansa klagte gegen die Gewerkschaft, erkannte UFO den Status als Interessenvertretung ab, beantwortete Schreiben der Gewerkschaftler nicht, kündigte dem als Flugbegleiter angestellten ehemaligen Ufo-Chef Nicoley Baublies und anderen – und forderte schließlich hohe Beträge an Gehältern zurück.

Die frustrierten Kunden nimmt die Linie offenbar ohnehin billigend in Kauf.

Da stellt sich die Frage, ob Spohr seine Energie nicht lieber in andere Felder stecken sollte, vom schwächelnden Fluggeschäft bis zu Zukäufen gäbe es schließlich genug zu tun.

Ein Vorbild gibt es: Die British-Airways-Mutter IAG hat ihren Arbeitskampf mit den Piloten schnell beendet und stärkt sich nun durch einen Zukauf. Während Lufthansa seit Monaten unentschlossen Alitalia umkreist, wurde IAG-Chef Willie Walsh kurz und schmerzlos mit Air Europe einig. Das sichert ihm nicht nur den spanischen Markt. Es macht IAG zur Nummer eins im lukrativen Verkehr zwischen Europa und Lateinamerika, wo Lufthansa seit 20 Jahren mit eher unglücklichen Partnerschaften agiert.

So reizvoll auch Stärke gegenüber Gewerkschaften wirkt, die Stärke im Markt ist für die Zukunft einer Fluglinie wichtiger.



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