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Lufthansa Darum droht Zoff mit Vielfliegern und Geschäftsreisenden

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Mehr oder wenig Flexibilität?

Ein weiteres Ärgernis: Mit der neuen Tarifstruktur lässt die Lufthansa Vielfliegern zugleich wenig Flexibilität – oder sie verlangt mehr Geld dafür. Umbuchen etwa ist in der niedrigsten Preiskategorie Light nicht möglich. Im Tarif Classic kostet es 65 Euro zusätzlich. Im Preis enthalten ist die Umbuchung nur in der teuersten Economy-Tarifstufe Flex. Dafür wird ein Aufpreis zwischen 60 und 160 Euro auf den Classic-Tarif fällig.

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Eine Studie des Deutschen Reise Verbands von 2014 ergab aber, dass zwei von fünf Geschäftsreisenden klassische Airlines wählen, weil eine Umbuchung bei Billiganbietern nicht möglich oder sehr teuer ist. Ryanair und Easyjet bieten deshalb inzwischen auch Tarife zum freien Umbuchen an, Spohr erschwert genau das.

Die Lufthansa kontert, dass gerade die neuen Tarife doch Flexibilität ermöglichen. Jeder brauche nur die Dienste zu zahlen, die er wirklich nutzt. Und Zusatzservices ließen sich schließlich gegen Aufpreis hinzubuchen. „Prinzipiell begrüßen wird das „mehr“ an Individualisierbarkeit”, sagt Hans-Ingo Biehl. Doch der VDR-Geschäftsführer fürchtet, dass die neue Tarifstruktur nur den „Raum für nachgelagerte Preiserhöhungen” schafft.

Ein Vorwurf, den sich die  Lufthansa auch in anderer Sache vom Geschäftsreisenden-Verband gefallen lassen muss: Eine angekündigte neue Ticketgebühr stößt ebenso auf Kritik. Ab dem 1. September muss jeder, der seine Flüge nicht online auf einer der Lufthansa-Seiten bucht, sondern über Reservierungssysteme wie Amadeus die in Reisebüros, Konzernreisestellen und auf Urlaubs-Web-Sites Standard sind, 16 Euro zahlen. Damit will Lufthansa jährlich 250 Millionen Euro einsparen.

Gründe für die Tarifumstellung

Die Änderungen am Preissystem erscheinen Carsten Spohr als unbedingt notwendig – trotz drohendem Ärger. Die Umstellung ist ein wichtiger Teil seiner langfristigen Strategie.

Die Preisdifferenzierung soll helfen, die Maschinen auf Europaflügen in Zukunft besser auszulasten. Sprich: Durch die Kombination von preiswerten Locktickets und höherpreisigen Economy-Tickets will die Lufthansa ihr Flieger voll bekommen - und trotzdem möglichst viel Geld mit jedem einzelnen Sitzplatz verdienen.

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Die Sparangebote werden deshalb ohnehin auf solchen Flügen verstärkt zum Einsatz kommen, die die Lufthansa nicht voll bekommt. Die gut ausgelasteten Strecken bekommt die Airline auch mit teureren Tickets voll.

Mit seinen Änderungen handelt Spohr unter Druck. Denn auch wenn die jüngsten Quartalszahlen dank niedriger Kerosinpreise positiv ausfielen, auf Kurs ist Lufthansa längst nicht. Das Europageschäft ist ein Verlustbringer. Low-Cost-Linien wie Ryanair drücken die Preise auf der Kurzstrecke weiter - auch, weil sie selbst niedrigere Kosten haben. Auch außerhalb Europas droht Gefahr: Am andere Ende der Preis und Service-Spanne greifen Golflinien wie Etihad nach den Lufthansa-Kunden.

So unter Druck gesetzt, ist eine Kurskorrektur für die Lufthansa unausweichlich und doch schmerzhaft. Während Spohr mit Änderung bei den Ticketpreisen einige Kunden vergrätzen könnte, haben andere Änderungen für Zoff im eignen Haus gesorgt. Gegen die Etablierung der Billigmarke Eurowings und Änderungen bei den Tarifverträgen liefen die eigenen Piloten Sturm.

Immerhin an dieser Front scheint Spohr aber etwas Glück zu haben. Zuletzt zeichnete sich eine Einigung mit den Piloten im Tarifkonflikt ab.

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