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Lufthansa Pilotenstreik legt Flughäfen lahm

Die Piloten der Lufthansa haben am Mittwoch mit ihrem dreitägigen Streik begonnen, damit ist der Flugverkehr lahmgelegt. Währenddessen kam es bei den Fluglotsen zu einer Einigung in den Tarifverhandlungen.

Die Lufthansa annullierte für den Streik-Zeitraum bis Freitag 3800 Flüge und damit neun von zehn Verbindungen. Davon sind 425.000 Fluggäste betroffen. Quelle: AP

Die streikgeplagten Flugpassagiere müssen keinen Arbeitskampf der Fluglotsen befürchten. Während der mehrtägige Streik der Lufthansa -Piloten für Tausende Flugausfälle sorgt, gibt es bei den Fluglotsen eine Einigung in den Tarifverhandlungen. Wie die Deutsche Flugsicherung (DFS) am Mittwoch mitteilte, erhalten die Fluglotsen rückwirkend zum Jahresanfang 1,8 Prozent mehr Gehalt. Der mit der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) vereinbarte Tarifvertrag habe eine Laufzeit von zwölf Monaten.

Die GdF gehört zu den Spartengewerkschaften, die den Flughafenbetreibern und Fluglinien mit Streiks enormen Ärger bereiten können, weil ihre Mitglieder an wichtigen Schaltstellen sitzen. Schon mehrmals legten die Fluglotsen in der Vergangenheit den Flugverkehr mit Arbeitsniederlegungen lahm. Im Januar hatten sie jedoch einen europaweiten Streik abgesagt, mit dem sie gegen eine von der EU-Kommission vorangetriebene Reform der europäischen Luftraumüberwachung protestieren wollten.

Währenddessen herrscht Stillstand bei Lufthansa: Mit einem umfassenden Streik haben die Piloten der Fluggesellschaft am Mittwoch weite Teile des Flugverkehrs in Deutschland lahmgelegt. An den Flughäfen waren die Absagen deutlich spürbar. In den Terminals der Drehkreuze Frankfurt und München wie auch an anderen Flughäfen herrschte kaum Betrieb, weil die meisten Passagiere rechtzeitig informiert worden waren.

Lufthansa hat für die Streiktage bis einschließlich Freitag rund 3800 Flüge abgesagt und kann nur etwa 500 Verbindungen mit Jets nicht bestreikter Tochterfirmen anbieten. Betroffen sind rund 425 000 Fluggäste, denen verschiedene Umbuchmöglichkeiten angeboten wurden. Auch bei der Lufthansa-Tochter Germanwings fallen mehr als die Hälfte der 1332 geplanten Flüge aus. Der verbleibende Rest wird von der nicht bestreikten Gesellschaft Eurowings geflogen. Den wirtschaftlichen Schaden des bislang beispiellosen Ausstands beziffert das Unternehmen auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.

Sowohl das Unternehmen als auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) rechneten am ersten Streiktag nicht mit einer schnellen Einigung. Konzernsprecherin Barbara Schädler bekräftigte am Morgen noch einmal die Gesprächsbereitschaft der Lufthansa. „Wir glauben, dass wir Angebote vorgelegt haben, auf deren Basis man miteinander sprechen kann“.

Welche Rechte Fluggäste bei Streik haben

Die streikenden Piloten lehnten die Angebote der Konzernleitung weiter ab. VC-Sprecher Markus Wahl sprach von einer „Mogelpackung“: „Nach außen hin gibt sich Lufthansa gesprächsbereit.“ Die Angebote seien aber immer die gleichen. „Für uns ist Lufthansa klar der Wolf im Schafspelz.“ Wahl bestätigte, dass die Piloten nach dem Ende des Streiks am Freitag bis nach den Osterferien nicht noch einmal die Arbeit niederlegen werden. „Sollte uns natürlich Lufthansa danach zwingen, erneut in den Ausstand zu gehen, müssen wir das tun.“

Die Gewerkschaft hatte die rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten zu dem Streik aufgerufen, der um Mitternacht begann. Anlass der Aktion sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglichten. Außerdem fordern die Piloten ein Gehaltsplus von 10 Prozent. Sie wollten am Vormittag am Frankfurter Flughafen für ihre Anliegen demonstrieren.

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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) rief Lufthansa und die Pilotengewerkschaft zu einer schnellen Einigung auf. „Jeder Tag mit Streik schränkt die Mobilität Hunderttausender Menschen ein. Das heißt, eine schnelle Lösung des Konflikts ist geboten und ist auch im Interesse der Tarifparteien“, sagte Dobrindt der „Bild“-Zeitung (Mittwoch).

Die Drehkreuz-Flughäfen München und Frankfurt haben sich darauf vorbereitet, dass Transitreisende ohne Schengen-Visum trotz frühzeitiger Warnungen in den Transitbereichen stranden könnten. Auch die meisten Frachtflüge der ebenfalls bestreikten Lufthansa Cargo wurden abgesagt.

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