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Lufthansa, Ryanair und Easyjet Das steckt hinter dem neuen Airline-Verband A4E

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Airlines fordern strengeren Umgang mit den Flughäfen

Erfreulicher für die Kunden ist dagegen der Vorstoß des neuen Flugverbands für mehr Markt für Flughäfen und die Luftraumüberwachung.

Bei den Fluglotsen nervt die Airlines, dass es zu viele davon gibt. So leistet sich Europa eine zweistellige Zahl von Überwachungsstellen. Die USA kommen mit gut einer Handvoll aus. Das sorgt für viele teure Umwege beim Fliegen. Dazu bemühen sich die Luft-Überwacher nicht genug um Sparsamkeit und Effizienz, glauben die Fluggesellschaften. In Deutschland dürfen sie ihre Kosten quasi einfach umlegen. Das soll die EU ändern und endlich einen gemeinsamen europäischen Luftraum schaffen. Ein lang gehegter Traum: „Die Initiave ist älter als ich“, klagt IAG-Chef Willie Walsh (54)

Dazu fordern die Airlines einen strengeren Umgang mit den Flughäfen. So stört die Airlines, dass kleinere Flughäfen Fluglinien mit Subventionen in die Provinz locken und ihnen so Kunden klauen. Das war zwar lange Zeit Kern der Ryanair-Strategie auf dem europäischen Festland.

Doch der irische Preisbrecher hat entdeckt, dass Großflughäfen letztlich lukrativer sind. Also zieht Ryanair um - und möchte, dass nun auch Ultrabilligflieger wie Wizzair mit der Subventionssuche in der Provinz aufhören.

Zudem wollen die fünf A4E-Mitglieder, dass die Politik auch Großflughäfen stärker dem Wettbewerb aussetzt, damit die ihre Kosten senken. Zum einen sollen die Regulierungsbehörden den Airports hohe Landeentgelte austreiben. Das tun die staatlichen Aufseher ungern, denn Großflughäfen wie Frankfurt oder Paris sind in Staatsbesitz und spülen ordentliche Gewinne in die klammen Kassen.

Zu guter Letzt soll die europäische Politik dafür sorgen, dass an mehr Flughäfen zusätzliche Unternehmen Dienstleistungen wie die Bodenabfertigung übernehmen. Das senkt schließlich die Kosten.

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Was der Verband A4E bringt, ist noch offen. Zwar stößt der zweite Punkt mit den Abstrichen für Airports und Lotsen auf wenig offenen Widerstand, doch auf umso mehr versteckten. Kein Land will seine Airports schädigen oder riskieren, dass die Lotsen und Abfertiger ihre Jobs verlieren und noch häufiger für ihre Privilegien streiken.

Unklar sind auch die Aussichten bei weniger Passagierrechten. Zwar herrscht in der EU wohl Einigkeit, dass die Airlines nur für Dinge haften sollen, die sie selbst zu verantworten haben. Doch der Druck der Verbraucher- und Umweltschutzverbände gegen eine allzu flugfreundliche Politik ist hoch. „Aber am Ende ist es ein Fortschritt. Der Verband lohnt sich schon, wenn es nicht noch weitere Regulierungen gibt“, kommentiert ein Airliner.

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