Lufthansa-Streik Flugbegleiter streiken am Samstag in Frankfurt

Die Flugbegleiter der Lufthansa setzen ihren Streik am Samstag ausschließlich am Drehkreuz Frankfurt fort. Dort sind die Flugbegleiter der Mittelstreckenflugzeuge von 6 bis 23 Uhr zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Streikende Lufthansa-Flugbegleiter stehen 2012 am Flughafen in Frankfurt am Main. Quelle: dpa

Der erste Streiktag der Lufthansa-Flugbegleiter am Freitag durchkreuzt bereits die Reisepläne von Zehntausenden Passagieren. Europas größte Fluggesellschaft strich wegen des Ausstands des Kabinenpersonals ab Freitagnachmittag an den Flughäfen Frankfurt und Düsseldorf insgesamt 290 Flüge. Von den Annullierungen sind knapp 38.000 Passagiere betroffen. Und es dürften noch mehr werden: Nicoley Baublies, Chef der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo, kündigte für Samstag bereits den nächsten Streik an: Von sechs bis 23 Uhr soll das Kabinenpersonal in Frankfurt auf den Kurz- und Mittelstreckenflügen der A320- und 737-Flotte die Arbeit niederlegen.

Ob am Samstag neben Frankfurt weitere Standorte oder auch Langstreckenflüge von den Streiks betroffen sind, ließ die Gewerkschaft zunächst offen. Insgesamt will die Spartengewerkschaft bis Freitag nächster Woche streiken. Es wäre der längste Streik in der 60-jährigen Geschichte der Lufthansa.

Damit verschärft sich der seit zwei Jahren tobende Streit um die Altersversorgungen für die 19.000 Stewards und Stewardessen der Kranich-Fluglinie deutlich. Eigentlich hatte sich Ufo im Vergleich zur streikfreudigen Piloten-Vereinigung Cockpit in den Tarifverhandlungen mit der Lufthansa wesentlich kompromissbereiter gezeigt.

Die sechs größten Baustellen der Lufthansa

Doch nach zwei Jahren Verhandlungen seien alle Mittel ausgeschöpft, sagte Baublies. "Wir bedauern diesen Schritt sehr, doch sehen wir keine Alternative." Ein Last-Minute-Vermittlungsversuch war am Donnerstag gescheitert. Die Lufthansa bedauerte den Streik. Um gestrandete Passagiere unterzubringen, seien in Frankfurt vorsorglich 2500 Hotelzimmer gebucht worden. Die Lufthansa-Töchter Germanwings, Eurowings, Swiss und Austrian Airlines sind von dem Streik nicht betroffen.

Am Freitag legen die Flugbegleiter die Arbeit von 14 bis 23 Uhr nieder. Ärgerlich ist für die Lufthansa vor allem, dass ihr größtes Flugdrehkreuz in Frankfurt lahmgelegt wird. Dort startet üblicherweise ein Großteil der lukrativen Langstreckenflüge. Insgesamt fallen 15 der geplanten 23 Verbindungen nach Übersee aus. Zudem trifft der Ausstand die Airports mitten im Hochbetrieb - am Freitagnachmittag und -Abend sind besonders viele Wochenendpendler unterwegs. Nicht streiken will Ufo zunächst in München wegen der Herbstferien in den südlichen Bundesländern. Auch am Sonntag soll der Ausstand bundesweit ausgesetzt werden, da an diesem Tag hauptsächlich Privatleute fliegen.

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Ein Streitpunkt in dem Tarifkonflikt sind die Regelungen zur Frührente für die Flugbegleiter. Die Fluglinie argumentiert, dass die bisherige Finanzierung wegen der niedrigen Zinsen und der im Branchenvergleich hohen Kosten der Lufthansa nicht mehr tragbar sei. Ärgerlich ist aus Sicht von Ufo auch, dass die Lufthansa vorige Woche vermeldete, dass in diesem Jahr ein Rekordgewinn erwirtschaftet wird. Harte Einschnitte wie von der Konzernspitze geplant seien unnötig, da die die Lufthansa kein Sanierungsfall sei. Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens argumentierte hingegen vor wenigen Tagen, dass die Kosten der Kranich-Fluglinie nicht noch weiter steigen könnten. "Wir wollen die Mitarbeiter aber am Rekordergebnis beteiligen."

Im Hintergrund köchelt bei dem Tarifclinch noch ein zweiter Konflikt. Dabei geht es um den Ausbau der früheren Lufthansa-Regionalflugline Eurowings zur Billig-Airline. Dagegen ging auch die Piloten-Gewerkschaft Cockpit auf die Barrikaden und bestreikte die Lufthansa seit Frühjahr 2014 insgesamt 13 mal. Auch mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ringt der Konzern derzeit um einen Tarifabschluss für 33.000 Angestellte. Diese Gespräche wurden am Donnerstag ergebnislos vertagt. Den Streik der Piloten hatte im Sommer das Landesarbeitsgericht Hessen überraschend gestoppt.

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