Lufthansa-Streik Horst Seehofer: „Air Berlin, nein danke!“

Exklusiv

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sagte einen Termin ab. Grund: Er hätte wegen des Lufthansa-Streiks mit Air Berlin fliegen müssen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte einen Termin ab. Er hätte wegen des Lufthansa-Streiks mit Air Berlin fliegen müssen. Quelle: dpa

„Eins ist garantiert: Termine oder Gespräche mit Horst Seehofer sind nie langweilig!“. Mit diesen Worten kündigte der Düsseldorf-Blog einen Besuch des bayrischen Ministerpräsidenten zum Düsseldorfer Netzwerk-Abend Ständehaus Treff am gestrigen Abend an. Die Online-Seite sollte Recht behalten, wenn auch für die Veranstalter anders als erwartet.

Denn der streitbare Länderchef sagte den Termin in Düsseldorf ab - weil er offenbar ein Problem mit Deutschlands zweitgrößter Fluglinie Air Berlin hat. Und - so erzählen es die Veranstalter des Treffs - das kam so.

Ursprünglich sollte Seehofer zu dem Abend mit Drei-Gänge-Menü mit der Deutschen Lufthansa anreisen. Doch daraus wurde nichts, weil die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit am Sonntag überraschend einen Streik ankündigte, dem auch Seehofers Flug zum Opfer fiel.

Das bietet die Premium-Economy-Klasse bei verschiedenen Fluglinien

Doch die Veranstalter hatten vorgesorgt und zur Sicherheit auch einen Flug mit Air Berlin gebucht. Als sie ihrem Gast den geänderten Reiseplan vortrugen, reagierte der jedoch verschnupft und ließ den Veranstaltern dem Vernehmen nach ausrichten, dass er unter diesen Umständen nicht kommen würde.

An der Flugzeit kann es wohl nicht gelegen haben. Denn der Air-Berlin-Flug war für Seehofer der bequemere. Denn bereits vorher stand fest, dass Seehofer wegen einer Kabinettssitzung am heutigen Dienstag deutlich vor dem Ende des Treffs würde aufbrechen müssen - damit er eine Sitzung der bayrischen Landesregierung am heutigen Dienstag in München nicht verpasst. Und der Air-Berlin-Flug hätte ihm immerhin eine Viertelstunde mehr rheinische Geselligkeit ermöglicht.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Die meisten Anwesenden hatten dennoch eine Erklärung parat. Die innige Bindung des Landesvaters Seehofer zur Lufthansa rühre daher, dass diese am Münchner Flughafen die mit Abstand größte Fluglinie ist. Für die hat er Berliner Regierungskreisen zufolge bereits in einem Brief an die Bundesregierung Partei ergriffen – im aktuellen Streit um das Engagement der arabischen Linie Etihad bei Air Berlin. Etihad, so die Befürchtung, setzt mit Finanzhilfen nicht nur die Lufthansa unter Druck – sondern auch Jobs am Münchner Flughafen und in dessen Umland.

Um den Abend nicht absagen zu müssen, fragten die Veranstalter dann einfach Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Der hatte keinen wichtigeren Termin. Mehr noch: Er hatte auch kein Problem damit, mit Air Berlin zu reisen.

So wurde es am Ende doch noch ein schöner Abend. Und dank des von Seehofer gelieferten Gesprächsthemas auch wie erwartet nicht langweilig.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%