Lufthansa Streik Lufthansa-Flugbegleiter weiten Streik auf München aus

Die Flugbegleiter der Lufthansa weiten ihren Streik am Montag aus. An den Flughäfen Frankfurt, Düsseldorf und nun auch München seien die Mitglieder ganztägig zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, so die Gewerkschaft Ufo.

Lufthansas neue Premium Economy Class
Es wird hochgerüstetLufthansa will von November 2014 an seine gesamte Langstreckenflotte mit der neuen Premium Economy Class ausstatten. Angepeilt werden 3600 neue sitze bis Sommer 2015 auf den 100 Langstreckenmaschinen. Damit sollen pro Jahr bis zu 1,5 Millionen Passagiere von dem besseren Komfort profitieren können.
Kein unbedingt neues KonzeptDie Zielgruppe der neuen Klasse ist zwischen der Business Class und der normalen Economy Class angesiedelt. Mit der Umstellung ist Lufthansa aber nicht die erste Airline, die diesen Schritt macht. Auch andere Anbieter, wie Air France und British Airways haben eine Premium Economy Class im Angebot. Einen Standard, welche Dienstleistungen genau angeboten werden müssen, gibt es aber nicht.
Mehr Komfort und ServiceDie neue Reiseklasse bietet den Passagieren mehr Freiraum in vielerlei Hinsicht. Der Sitzabstand ist größer, die Sitze breiter und die Lehnen können fast fünf Grad weiter geneigt werden. Insgesamt sollen den Gästen somit bis zu 50 Prozent mehr Platz geschaffen werden. Des weiteren kann mehr Gepäck mitgenommen, zwei Stücke à 23 Kilo.
Mediales AngebotZwischen fünf bis sieben Zentimeter größere Bildschirme und eine Steckdose für jeden Sitzplatz werden montiert sein.
Weitere Vorteile der Premium Economy Class mögen für die meisten zwar keine Entscheidungsmacher, aber für den ein oder die andere doch von Wert sein. So kann sich für zusätzliche 25 Euro der Eintritt in die meisten der Lufthansa Business Lounges erkauft werden. Auch wird jeder Sitz mit einer Wasserflasche ausgestattet sein und im Gegensatz zur normalen Economy Class wird hier das Essen auf Porzellangeschirr serviert. Preislich soll sich die neue Premium Economy Class im Durchschnitt näher an normalen Economy Class orientieren als an der Business Class.

Im längsten Streik der Firmengeschichte erhöht die Kabinengewerkschaft Ufo noch einmal den Druck auf die Lufthansa. Am Montag weiten die Flugbegleiter ihre Aktionen massiv aus, Passagiere müssen sich bundesweit auf Flugausfälle und Verspätungen einstellen. „Unsere Gäste müssen bis inklusive Freitag davon ausgehen, dass ihr Flug mit Lufthansa ausfällt“, sagte der Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies am Sonntag in Frankfurt.

Anders als am Freitag und Samstag legen die Stewardessen und Stewards die Arbeit nicht nur an den Flughäfen Frankfurt und Düsseldorf nieder, sondern nun auch in München, wie Ufo am Sonntag mitteilte. Der Airport war wegen des Endes der Herbstferien in Bayern zunächst verschont worden.

Die Mitglieder sind am Montag von 4.30 Uhr an zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. In Frankfurt und Düsseldorf werde bis 23.00 Uhr gestreikt, in München bis Mitternacht. „Alle Lufthansa-Flüge, die an einem dieser Flughäfen starten oder landen sollen, werden bestreikt“, sagte Baublies der Deutschen Presse-Agentur.

Carsten Spohr: Pilot und Lufthansa-Kenner

Nach dem erneuten Streikaufruf der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) setze Lufthansa nun alles daran, die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten, erklärte die Airline am Sonntag. Der Sonderflugplan, in dem die Zahl der Flugausfälle und der betroffenen Passagiere bekanntgegeben wird, sollte im Laufe des Nachmittags veröffentlicht werden. Die Lufthansa sprach von einer „vollkommen unverhältnismäßigen Arbeitskampfmaßnahme“.

Hingegen warf die Gewerkschaft der Lufthansa vor, den eigentlich richtigen Konzernumbau „ohne Perspektive für alle Mitarbeiter durchzuziehen und zugleich alle Tarifpartner zu bekämpfen“. Nach den Gesprächen am vergangenen Donnerstag habe es keinerlei Kontakt mehr zur Lufthansa gegeben, sagte Baublies: „Derzeit ist alles nur Propaganda, die Lufthansa macht Stimmung gegen Ufo.“

Das Unternehmen wies diese Darstellung zurück: „So wurde zum Beispiel das letzte Schreiben von Lufthansa der Ufo am Freitagnachmittag zugestellt.“ Die Lufthansa stehe jederzeit und ohne Vorbedingungen für die Wiederaufnahme von Gesprächen zur Verfügung.

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Am Montag will Ufo bekanntgeben, ob es Teilbereiche gibt, die ab Dienstag vom Streik ausgenommen sind. Sylvia De la Cruz, Stellvertretende Vorsitzende der Ufo, sagte laut Mitteilung: „Wir wissen, dass dieser Konflikt vor allem unsere Gäste trifft, die verständlicherweise verärgert sind.“ Ufo habe alles versucht, das zu vermeiden und dreistellige Millioneneinsparungen angeboten: „Jetzt bleibt uns nur noch dieser Weg und wir stehen dafür ein.“

An den ersten beiden Streiktagen waren Freitag und Samstag laut Lufthansa über 800 Flüge ausgefallen, mehr als 95 000 Reisende waren betroffen. Am Sonntag hatten die Stewardessen und Stewards eine Streikpause eingelegt. Passagiere der Lufthansa konnten ihre Reisen am Sonntag weitgehend wie geplant antreten, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Tarifverhandlungen für die Stewardessen und Stewards der Lufthansa ziehen sich bereits seit zwei Jahren hin. Strittig sind vor allem die Regelungen zu Betriebs- und Übergangsrenten von rund 19 000 Flugbegleitern. Es ist der erste Ausstand der Flugbegleiter in der aktuellen Tarifrunde. Die Piloten der Lufthansa haben schon 13 Mal gestreikt.

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