Lufthansa und Ufo Flugbegleiter streiken weiter

Nach den ersten Streiks der Flugbegleiter bessert die Lufthansa ihr Angebot nach. Der Gewerkschaft Ufo geht das Angebot jedoch nicht weit genug.

Der Streik der Flugbegleiter geht weiter. Quelle: AP

929 Flüge ausgefallen, rund 113.000 Passagiere betroffen. Der Streik der Flugbegleiter hat den Flugverkehr der Lufthansa am Montag massiv gestörten: Am dritten Tag des Arbeitskampfes der Gewerkschaft UFO zeigten sich die Auswirkungen deutlich. Seit Streikbeginn am Freitag sind mehr als mehr als 1700 Flieger ausgefallen.

Auf den Druck durch das Personal reagierte die Fluglinie am Abend mit einem verbesserten Tarifangebot: Um den laufenden Streik so schnell wie möglich zu beenden, habe man die Einmalzahlung beim Gehalt um 1000 auf 3000 Euro erhöht, teilten die Lufthansa-Vorstände Bettina Volkens und Karl Ulrich Garnadt nach einer Krisensitzung der Konzernführung mit. Auch sollen die Flugbegleiter wieder ab 55 mit den bisherigen Leistungen in den Vorruhestand gehen können - und nicht wie bislang vorgeschlagen ab 56. Neuen Flugbegleitern wolle man eine Altersversorgung auf dem Niveau anderer Dax-Konzerne anbieten.

Welche Rechte Fluggäste bei Streik haben

Das nachgebesserte Angebot der Lufthansa an die Flugbegleiter führt nicht zu einem schnellen Ende des Streiks. „Das Angebot bringt minimale Verbesserungen und wird dazu noch mit einer Drohung verbunden. So funktioniert das nicht“, sagte der Chef der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, in einer ersten Reaktion am Montag in Frankfurt. Man werde den Streikaufruf für Dienstag deswegen nicht verändern.

Garnadt hatte auch darauf hingewiesen, dass bei Kostensteigerungen Strecken auf umkämpften Märkten überprüft werden müssten. Das wird von Ufo als Drohung zur Streichung von Arbeitsplätzen interpretiert. Die Gewerkschaft hat angekündigt, den in der vergangenen Woche begonnenen Streik noch bis einschließlich Freitag dieser Woche fortzusetzen.

Der Tarifstreit zwischen Kranichlinie und Ufo tobt bereits seit knapp zwei Jahre. Der aktuelle Streik des Kabinenpersonals hat so massive Auswirkungen, weil die Flieger nur mit einer Mindestbesetzung an Begleitern abheben dürfen. Schließlich muss der Flieger im Notfall binnen kürzester Zeit evakuiert sein, dafür braucht es geschultes Personal. Bei einer vollbesetzten Maschine reicht also schon der Ausfall weniger Flugbegleiter um sie an den Boden zu binden.

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