Lufthansa und Verdi Tarifverhandlung auf Ende September vertagt

Die diversen Tarifbaustellen bei der Lufthansa bleiben komplex. Auch eine vierte Gesprächsrunde, bei der es vor allem um das Bodenpersonal ging, blieb ohne Ergebnis. Gelingt Ende September dann eine Einigung?

Flugzeuge der Lufthansa stehen auf dem Vorfeld des Flughafens. Quelle: dpa

Die Tarifverhandlungen für rund 33.000 Beschäftigte der Lufthansa sind auf Ende September vertagt worden. In der vierten Verhandlungsrunde konnten sich das Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi am Freitag in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt noch nicht auf ein Ergebnis einigen.

Verdi war mit der Forderung nach getrennten Verhandlungen zu Betriebsrenten und Gehalt in diese vierte Runde gezogen, weil das Thema der Altersversorgung zu komplex für einen Schnellschuss sei. Lufthansa will die beiden Themen hingegen zusammen behandeln. Verdi vertritt vor allem das Bodenpersonal im Lufthansa-Konzern.

Die sechs größten Baustellen der Lufthansa

Die Gespräche über die Vergütungen würden nun bis zum 30. September ausgesetzt, erklärte Lufthansa am Abend. Die Tarifpartner wollten die Zeit nutzen, um die Beratungen in Arbeitsgruppen über den Umbau der betrieblichen Altersversorgung fortzusetzen. „Wir wollen unseren Mitarbeitern auch in Zukunft eine attraktive Altersversorgung bieten, die gleichzeitig dauerhaft finanzierbar ist“, sagte Personalvorstand Bettina Volkens laut Mitteilung. Nur bei einer Lösung zur betrieblichen Altersversorgung sehe Europas größter Luftverkehrskonzern Spielraum für höhere Gehälter.

Das Unternehmen will von den festen Zusagen für Betriebsrenten herunterkommen, deren Renditen beim aktuell niedrigen Zinsniveau am Kapitalmarkt nicht zu erwirtschaften sind. Risiken und Kosten des bestehenden Altersversorgungssystems gefährdeten die Zukunftsfähigkeit von Lufthansa, hatte Volkens betont. Anders als die Kabinengewerkschaft Ufo lehnt Verdi einen Systemwechsel aber ab.

In der Gehaltsfrage verlangt Verdi 5,5 Prozent mehr und will Beschäftigungszusagen für Auszubildende erreichen. Die Gewerkschaft kritisierte, Lufthansa wolle weiterhin die Themenbereiche betriebliche Altersversorgung und Vergütung miteinander verbinden. „In der heutigen Verhandlungsrunde haben wir der Lufthansa nochmals deutlich gemacht, dass die unterschiedlichen Themenkomplexe nicht verknüpft werden“, betonte Verhandlungsführerin Christine Behle.

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