WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Luxus, Preiskämpfe und Pleiten Was die Flugbranche im Jahr 2015 bewegt

Benzin wird billiger, die Flugtickets ebenfalls - und selbst in der Economy-Klasse gibt es mehr Komfort: Für Fluggäste hat 2015 positive Überraschungen zu bieten. Doch einige Fluglinien kämpfen ums Überleben.

Die schönsten Airlines der Welt
Platz 10 - Air Tahiti NuiNicht nur die Flugziele der französisch-polynesischen Airline sind wunderschön. Auch die Flugzeuge schneiden im Ranking gut ab. Ein Blümchen am Heck, und rotweiße Zierlinien sorgen für ein ansprechendes Äußeres. Quelle: The Design Air Quelle: Presse
Platz 9 - Porter AirlinesSo schlicht kann Schönheit sein. Die kanadische Regionalairline setzt bei ihren Bombardier-Maschinen auf das Design von Tyler Brûlé. Einfache Linienführung und einen klarer Fokus auf den Firmennamen sorgen für einen modernen Markenauftritt. Quelle: Presse
Platz 8 - Island AirNein, mit der kalten Insel im Nordatlantik hat die Airline nichts zu tun. Hier steht das Island für die Insel Hawaii. Mit einer stilisierten Blumenkette und dem Blau des Pazifiks wurde das Design 2013 aufgefrischt. Quelle: Presse
Platz 7 - Thai AirwaysEin Zierstreifen aus Violetttönen und die stilisierte Orchideenblüte am Heck verraten die fernöstliche Herkunft der Flugzeuge. Damit gehört der Lufthansa-Partner zu den attraktivsten Airlines. Quelle: Presse
Platz 6 - FastjetDie afrikanische Billigairline des Easyjet-Gründers Stelios Haji-Ioannou setzt auf ein Design mit Papagei und fliegenden Dreiecken. Die Heimat der Ara-Flieger ist Tansania. Quelle: Presse
Platz 5 - StarflyerDer Maßanzug unter den Flugzeug-Designs: Die japanische Billigairline Starflyer setzt auf ein schlichtes, schwarz-weißes Äußeres und die Initialen am Heck runden den edlen Eindruck ab. Quelle: Presse
Platz 4 - AsianaDas Grau-Weiß der Koreaner ist Geschichte. Das neue Design setzt auf bunte Elemente ohne unseriös zu wirken. Damit landet Asiana erneut auf einem Top-Platz. Quelle: Presse

Vorhersagen scheuen Flugexperten noch ein wenig mehr als ihre Kollegen aus anderen Branchen. Denn in kaum einer Industrie können selbst scheinbar branchenfremde Einflüsse die Dinge binnen kurzer Zeit ins Gegenteil verkehren.

Das zeigen nicht zuletzt die vergangenen Wochen: die Auslieferung des neuen Airbus-Vorzeigemodells A350 verzögerte sich um Wochen, die Piloten der Lufthansa streiken trotz Annäherung wohl auch in diesem Jahr, der in Sicherheitsdingen als vorbildlich geltende Billigflieger Air Asia aus Malaysia muss seinen ersten Absturz beklagen und die sinkenden Ölpreise machen gerade den vorsichtigen Airlines das Leben schwer.

Das bietet die Premium-Economy-Klasse bei verschiedenen Fluglinien

Damit ist zunächst vor allem eines sicher: Auch das kommende Jahr bringt eine Reihe grundlegender, unerwarteter Veränderungen – aber sicher auch jede Menge erwartete. Niedrigere Preise, mehr Service und neue Flugzeugmodelle – die leider trotz aller positiver Effekte ihre Schattenseiten haben. Dazu kommen dramatische Überlebenskämpfe sowie neue Regulierungen.

1. Sinkende Preise

Die für Passagiere sicher angenehmste Änderung sind – zumindest vorläufig – keine steigenden, oft sogar sinkende Preise. Dafür sorgen zunächst die niedrigeren Ölpreise. Dadurch spart ein Billigflieger wie Ryanair im Vergleich zum Jahreswechsel 2013/14 fast 20 Prozent seiner Gesamtkosten.

Weil die Discounter ansonsten extrem schlank arbeiten, fließen bei einem Ölpreis von mehr als 1000 Dollar pro Tonne fast 40 Prozent aller Ausgaben in den Sprit. Bei den gegenwärtig knapp 600 Dollar ist es nur noch gut ein Fünftel.

Ganz anders ergeht es einer etablierten Linie wie der Lufthansa. Zwar halbiert sich auch deren Tankrechnung. Doch wegen ihrer vergleichsweise üppigen Verwaltung und höherer Arbeitskosten sinkt der Anteil der Kerosinkosten im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger - von rund 25 Prozent der Ausgaben auf bestenfalls 13 Prozent.

Und oft nicht mal das: Lufthansa & Co schützen sich in deutlich größerem Umfang als Easyjet & Co vor überraschend steigenden Ölpreisen durch umfangreiche Sicherungsgeschäfte. Und so gut die bei Preisexplosionen die Konzernkasse schonen - bei überraschend fallenden Preisen kosten sie erstmal Geld.

„Finanziell klamme oder risikobereitere Airlines, die aufgrund knapper Kasse keine Treibstoffsicherung betreiben konnten oder wollten, profitieren am meisten“, sagt Luftfahrt-Experte Gerd Pontius. Mit anderen Worten: der Kostenvorsprung der Billiglinien wächst weiter.

Was Sie beim Handgepäck beachten sollten
Die maximale Größe des Handgepäcks wird von der jeweiligen Fluggesellschaft festgelegt. Bei vielen Unternehmen liegen die maximalen Maße bei 55 mal 40 mal 20 Zentimeter. Da aber jede Airline ihre Größen individuell bestimmt und in letzter Zeit die Größen auch immer mal wieder verändert worden sind, sollten sich Reisende vor dem Abflug unbedingt informieren, was die jeweilige Linie erlaubt. Sonst müssen sie sich auf Extragebühren einstellen. Quelle: dpa
Gleiches gilt für das Gewicht: Hier entscheidet die Fluggesellschaft. In der Regel darf das Handgepäck bis zu acht Kilogramm wiegen. Bei einigen Linien ist aber schon bei fünf Kilo Schluss. Gerade Billigflieger bestehen auf leichtes Handgepäck. Wer sich nicht daran hält, zahlt extra. Quelle: Fotolia
Da es immer mal wieder vorkommt, dass Gepäckstücke nicht zeitgleich mit ihren Besitzern am richtigen Flughafen ankommen, gehören alle wichtige Unterlagen wie Ausweise, Schlüssel oder Kreditkarten ins Handgepäck. Das gilt natürlich auch für Wertgegenstände oder den Geldbeutel. Quelle: dpa
Wer Medikamente nehmen muss, sollte diese aus dem gleichen Grund unbedingt im Handgepäck verstauen. Gerade für Diabetiker ist es wichtig, dass sie ihre Medikamente, kleine Snacks wie Müsliriegel oder Traubenzucker und das Blutzuckermessgerät jederzeit griffbereit haben. Quelle: obs
Was scharfe und spitze Gegenstände im Handgepäck angeht, haben einige Airlines und Flughäfen die Bestimmungen wieder gelockert. So dürfen Reisende am Flughafen Frankfurt grundsätzlich Dinge des täglichen Gebrauchs wie Nagelscheren, Einmalrasierer oder Taschenmesser (mit maximal sechs Zentimeter Klingenlänge) im Handgepäck haben. Da andere Länder und manche Airlines das aber immer noch deutlich strikter handhaben, sollten sich Reisende vor Abflug informieren. In den USA sind beispielsweise Taschenmesser und Sportgerät wie Golfschläger im Handgepäck verboten. Quelle: AP
Auch für Cremes, Rasiergel, Deodorants, Parfums, Kosmetika und Zahnpasta gelten weiterhin strikte Regeln: Die Hygieneartikel dürfen zwar ins Handgepäck, müssen aber in einem durchsichtigen Plastikbeutel verpackt sein, der maximal ein Liter Füllvermögen hat. Die Tosen, Tuben und Flaschen dürfen maximal 100 Milliliter fassen. Die Familiendosis Duschgel muss also in den Koffer. Quelle: ZB
Gleiches gilt auch für Getränke und Lebensmittel: Wasser, Limonade, Cola und andere Erfrischungsgetränke, sowie Suppen und Sirup, aber auch Brotaufstriche und Joghurt dürfen ins Handgepäck, so lange es nicht mehr als 100 Milliliter pro Flasche oder Becher sind und diese Gefäße in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel mit maximal einem Liter Inhalt verstaut sind. Pro Person darf übrigens nur ein solcher Beutel mitgenommen werden. Quelle: AP

Das nutzen diese nach Kräften, entweder zu Preisattacken oder zu Investitionen in neue Flugzeuge und Strecken, die sich bei den alten Ölpreisen nicht rentiert hätten. Zwar sind sich alle Experten einig, dass die Ölpreise wieder steigen werden. Doch das könnte bis weit in die zweite Jahreshälfte 2015 oder gar ins Jahr 2016 dauern.

2. Mehr Service

Wer seit Jahren bevorzugt Rabatt-Tickets bucht, glaubt dem Werbeversprechen eines besseren Service schon lange nicht mehr. Zu Unrecht.

Denn auch wenn es an Bord hinten im Economy-Bereich nicht mehr Platz für die Knie gibt und nach wie vor vieles Extra kostet, wird Fliegen im nächsten Jahr für viele Passagiere angenehmer und zumindest kurzweiliger. Allen voran Golf-Airlines wie Etihad und Qatar Airways bieten mit ihren neuen Holzklasse-Sitzen mehr Komfort denn je.

Dazu offerieren künftig mehr Fluglinien wie Emirates, Norwegian, Vueling aus Spanien oder auch Air Berlin an Bord kostenloses Internet – wenn auch nur mit eher geringer Bandbreite.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%