Manipulationsvorwürfe Ex-ADAC-Pressechef Ramstetter klagt gegen Kündigung

Im Januar nahm der ADAC-Skandal seinen Anfang. Im Mittelpunkt der Manipulationsvorwürfe rund um den „Gelben Engel“ stand Pressechef Ramstetter. Er gab alles zu, legte seine Ämter nieder und stürzte den Verein in eine tiefe Krise. Nun zieht er vor Gericht.

ADAC-Manager wegen Veruntreuung unter Verdacht
Die Last der Krisen liegt noch immer auf dem ADAC. Quelle: dpa
02. Dezember 2014Der ADAC hat sich nach monatelangen Auseinandersetzungen mit seinem fristlos gekündigten Pressechef Michael Ramstetter geeinigt. Ramstetter habe Schadenersatz geleistet, sagte eine ADAC-Sprecherin Anfang Dezember in München und bestätigte damit einen Bericht der
22. November 2014Der ADAC steht nach dem Skandal um Fälschungen beim Autopreis
10. November 2014Der ADAC zieht sich aus dem umkämpften Markt für Fernbusse zurück und beendet seine Beteiligung an dem ADAC Postbus. Die Deutsche Post AG wird die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen übernehmen. Über den Ausstieg des ADAC war seit Monaten spekuliert worden. Der Wettbewerb auf dem Fernbusmarkt hatte zuletzt auch andere Anbieter hart getroffen: Anfang November war bekanntgeworden, dass das Offenbacher Unternehmen DeinBus.de Insolvenz anmelden muste. Quelle: dpa
22. Oktober 2014August Markl, der kommissarische Präsident des ADAC, will auch in Zukunft auf dem Chefposten bleiben. Wie der Autoclub im Oktober mitteilte, wird Markl sich im Dezember auf einer außerordentlichen Hauptversammlung des ADAC als Präsident zur Wahl stellen. Der 66-Jährige, offiziell Erster Vizepräsident, war im Februar Interimschef geworden, nachdem Peter Meyer vom Präsidentenamt zurückgetreten war.
23. April 2014Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ werden liegengebliebene Kunden großer Autohersteller bei der Pannenhilfe bevorzugt. Mehrere ADAC-Insider hätten demnach berichtet, dass die „Gelben Engel“ häufig zunächst den Autofahrern helfen, die über die Hersteller ihrer Fahrzeuge versichert seien. Mehrere Autokonzerne haben den ADAC mit solchen Dienstleistungen beauftragt. Der ADAC hat den Vorwurf zurückgewiesen. „Alle Pannenfälle werden nach Eingang bearbeitet“, sagte ein Sprecher des Autoclubs. Quelle: dpa
16. April 2014Der frühere ADAC-Geschäftsführer Alfons Kifmann gibt in seinem Enthüllungsbuch

Nach seinem Rauswurf wegen Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ zieht der ehemalige ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter nach Informationen der „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe) vor Gericht. Ramstetter klage vor dem Arbeitsgericht München gegen seine Kündigung, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen Gerichtssprecher. Der Gütetermin sei am 22. Mai. Der ADAC wollte sich nicht äußern. Man kommentiere grundsätzlich keine Personalangelegenheiten, sagte ein Sprecher des Automobilclubs.

Allerdings hatte der ADAC bereits Anfang Februar angekündigt, selbst rechtliche Schritte gegen den früheren Chefredakteur der Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“ vorzubereiten. Nähere Auskünfte zum Stand dieser Überlegungen wollte der Sprecher aber am Montag nicht machen.

Ramstetter gilt als Schlüsselfigur des ADAC-Skandals, der den Verein in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt hatte. Kurz vor der Preisverleihung zum „Gelben Engel“ Mitte Januar in München hatte Ramstetter zugegeben, die Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen manipuliert zu haben. Als Konsequenz legte er sämtliche Posten nieder. Spätere Untersuchungen externer Prüfer bestätigten, dass die Teilnehmerzahlen und die Rangfolge der Fahrzeuge über Jahre hinweg manipuliert worden waren. Ramstetter war als Chefredakteur der Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“ für die Kategorie Lieblingsauto verantwortlich, weil die Leser darin zur Teilnahme jedes Jahr aufgerufen wurden.

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Als Folge des Skandals verloren auch Club-Präsident Peter Meyer und die Geschäftsführung im Laufe der folgenden Wochen ihre Posten. Der ADAC kündigte daraufhin eine Reform seiner Strukturen an. Prominente Beiräte wie Transparency-Chefin Edda Müller oder der ehemalige Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier begleiten den ins Schlingern geratenen Verein seitdem auf seinem Weg aus der Krise. Erste Ergebnisse und Maßnahmen wollen die Verantwortlichen am 10. Mai auf der ADAC-Hauptversammlung in Saarbrücken präsentieren.

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