WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Medien Verlage machen einen Bogen um Google

Seite 2/2

Anti-Gratis-Look

eBücher ohne Blättern
Kindle Fire Quelle: Presse
Amazon Kindle Quelle: Presse
Oyo Reader Quelle: Presse
Apple iPad 2 Quelle: Presse
Story iRiver Quelle: Presse
Sony Reader WiFi Quelle: Presse

Folge des Wirrwarrs: Die Verlage warten ab, bis Android-Tablets den großen Durchbruch schaffen. „Ihnen fehlt das Vertrauen in die Verbreitung der Android-Geräte. Daher scheuen sie zurzeit hohe Investitionen“, sagt Zeitungsdesigner Kircher.

Denn die meisten Verlage gestalten ihre iPad-Ausgaben nach demselben Prinzip wie ihre gedruckten Ausgaben. Auch wenn sie anders aussehen, interaktive Inhalte bieten, am Ende sitzt jeder Buchstabe dort, wo der Grafiker ihn hinsetzt – eine jahrhundertealte Arbeitsweise. Das aber funktioniert nur, wenn Hersteller sich wie Apple an feste Displaygrößen halten. Um aber Zeitungs- und Zeitschriften-Apps auf verschieden großen Displays anzeigen zu können, braucht es neue Techniken und Arbeitsweisen. Das Design muss sich flexibel an Display-Maße anpassen, ohne wie eine schnöde Internet-Seite auszusehen: „Man muss vom Web weg designen, denn das steht für Kostenlosmentalität“, so Kircher. „Die App muss anti-gratis aussehen.“

Fehlende Programmierer

Zwar arbeitet Adobe als Redaktionsausstatter bereits an einer Lösung. Doch bis zur Marktreife dauert es, zumal es der Konzern nicht eilig hat: „Wenn Verlage unser System kaufen, ist ihnen die Android-Fähigkeit zwar wichtig. Wenn der Vertrag aber unterzeichnet ist, wollen sie nur iPad, iPad, iPad“, sagt Adobe-Mann Eichel. Die Entwicklung für WebOS und Blackberry hat Adobe gestoppt.

Springer etwa biete bereits Apps für Android an, etwa von „Bild“ oder „Auto Bild“, berichtet Georg Konjovic, der das Tablet-Geschäft im Verlag verantwortet. Allerdings sei die Gerätedichte bei Apple höher, „das erleichtert uns, attraktive Produkte mit einem einfachen Bezahlmodell anzubieten“. Erschwerend kommt hinzu, dass es an Android-Programmierern mangelt.

Manch Verlagsmanager hofft nun, dass Google seine alte Strategie über Bord wirft und den Tablet-Herstellern strengere Vorgaben macht, wenn sie Android in ihren Geräten einsetzen wollen. An eine schnelle Änderung glaubt aber kaum jemand. So muss eine gemeinsame Lösung her: „Der Markt ist so jung, da müssen sich alle Seiten bewegen“, sagt Adobe-Mann Eichel. Google müsste für Standards sorgen, Adobe seine Software verbessern, und die Verlage kommen nicht umhin, zu investieren.

Amazon ist nicht zu stoppen

Während Google & Co. nicht von der Stelle kommen, setzt Amazon Apple nach. Zwar basiert auch das Tablet Kindle Fire auf dem Betriebssystem Android. Das aber wurde von Amazon-Ingenieuren bis zur Unkenntlichkeit aufgebohrt, sodass es praktisch ein eigenständiges Betriebssystem ist. Amazon betreibt gar einen eigenen App-Store. In den USA zum Kampfpreis von 199 Dollar angeboten, hat sich der Fire allein vor Weihnachten sechs Millionen mal verkauft.

Mit Condé Nast schloss Amazon im November einen Deal: Demnach bietet der Verlag 17 Blätter, darunter „Wired“ und „The New Yorker“, im Kindle-Fire-Zeitungskiosk an – ganz nach iPad-Manier. Das Gerät bringt Bewegung in den Markt.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Nun hoffen die Verlage, dass Amazon den Kindle Fire bald in Deutschland einführt. „Wir hoffen, dass Tablets rasch den Durchbruch zum echten Massenmarkt schaffen, und wünschen uns dabei möglichst viel Wettbewerb zwischen den Anbietern“, sagt Springer-Manager Konjovic. Denn mit Google, Apple und Amazon als gleichstarke Spieler dürfte die Macht Apples abnehmen. Den Verlegern ist vor allem ein Dorn im Auge, dass Apple nach wie vor 30 Prozent vom Umsatz auf dem iPad einkassiert. Ihre Erwartung: Stärkerer Wettbewerb wird mehr Geld bei den Verlagen lassen.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%