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Medien Murdoch als Gefangener der Politik

Früher ließ Medienzar Rupert Murdoch Politiker wie Marionetten tanzen. Das hat sich geändert: jetzt ist er in ihren Händen.

Medienmogul Rupert Murdoch Quelle: dapd

Ist Rupert Murdoch am Ende, einer der größten und umstrittensten Medienunternehmer? Die jüngsten Ereignisse lassen darauf schließen. Er sei "nicht geeignet, ein großes, internationales Unternehmen zu führen", urteilte am vergangenen Dienstag der Medien- und Kulturausschuss des britischen Parlaments.

Seit Juli 2011 hat er die illegalen Recherchemethoden bei Murdochs inzwischen eingestellter Sonntagszeitung "News of the World" untersucht.

Doch Nachrufe auf den kontroversen Chef der Mediengruppe News Corp, der in Großbritannien über seine Zeitungen und in den USA über den TV-Sender Fox, großen politischen Einfluss ausübt, sind verfrüht. Denn geschäftlich steht es immer noch gut um sein globales Imperium.

Gerade hat der Bezahlsender BSkyB, Rekordergebnisse für die vergangenen neun Monate vorgelegt. Auch News Corp ist in guter Verfassung. Die Ratingagentur Moody's erklärte bereits, die Kritik der Parlamentarier habe keine Auswirkung auf die Bonitätsbewertung des Unternehmens.

Murdoch als politischer Aussätziger

Gefahr droht Murdoch aus der Politik. In Großbritannien prüft die Medienaufsicht Ofcom, ob sie BSkyB wegen Murdochs Machenschaften die Lizenz entzieht.

Die Kriterien dafür sind derart schwammig, dass eine politisch motivierte Entscheidung wahrscheinlich ist. Murdoch hält 39 Prozent an dem TV-Sender. Im schlimmsten Fall müsste er seinen Anteil verkaufen. Britische Politiker, die früher die Nähe des Verlegers suchten, meiden ihn nun wie einen Aussätzigen.

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In den USA, wo der Wahlkampf tobt, hat der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Senat bei den Briten anfragen lassen, ob sie Hinweise auf kriminelle Handlungen gefunden haben.

Ein anderer US-Politiker will prüfen lassen, ob Verstöße gegen das US-Antikorruptionsgesetz vorliegen. Murdoch ist zwar noch längst nicht am Ende, aber die Politiker muss er jetzt fürchten.

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