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Medienbranche Fusion von ProSieben und Springer ist vom Tisch

Die Fusion der Sendergruppe ProSiebenSat.1 mit dem Verlag Axel Springer ist vom Tisch. Das teilten beide Unternehmen am Mittwoch mit. Die Konzerne wollen lediglich bei der Förderung von Startups zusammenarbeiten.

Satellitenschüsseln von ProSiebenSat.1. Quelle: REUTERS

Axel Springer und ProSiebenSat.1 backen miteinander kleinere Brötchen als erwartet: Statt einer Fusion, wie sie laut Insidern ebenfalls im Gespräch war, beschränken sich die beiden Medienkonzerne auf die gemeinsame Förderung von Startups in der Digitalbranche. Sprecher beider Medienkonzerne erklärten, über das am Mittwoch verkündete Vorhaben hinaus sei keine weitere gesellschaftsrechtliche Verbindung geplant.

Die Nachricht über einen möglichen Zusammenschluss hatte vor drei Wochen die Aktienkurse beider Unternehmen beflügelt. Am Mittwoch drückte die Absage an entsprechende Erwartungen die Springer-Titel nur kurz ins Minus. Nach wenigen Minuten notieren die Papiere wieder 0,7 Prozent fester. Der Kurs von ProSiebenSat.1 reagierte ebenfalls kaum und lag 0,4 Prozent im Plus.

Umsätze der größten Medienkonzerne der Welt

Branchenexperten hatten bereits Zweifel an einer Vereinigung beider Konzerne geäußert. "Ein vollständiger Zusammenschluss hätte keinen Sinn gemacht", erklärte Stefan Wimmer vom Bankhaus Metzler am Mittwoch. "Die Anstrengungen dafür wären nicht zu rechtfertigen gewesen." Er begrüßte den nun bekannt gegebenen Plan: "Eine Kooperation im digitalen Bereich sieht positiv aus."

Beide Unternehmen teilten mit, sie wollten Geschäftsideen gemeinsam unterstützen, um den Digitalstandort Deutschland auch international besser zu positionieren. Man wolle gemeinsam in Unternehmen und Fonds investieren, bestehende Förderprogramme vernetzen und neuen Unternehmen Werbemöglichkeiten gegen Firmenbeteiligungen zur Verfügung stellen.

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Springer und ProSiebenSat.1 haben sich wiederholt über die Vormacht von US-Konzernen wie Google, Yahoo, Amazon oder Netflix beklagt, die oft angestammten Medienunternehmen die Butter vom Brot nehmen, und sich für eine Stärkung europäischer Anbieter eingesetzt.

Gleichwohl ließ Springer am Mittwoch durchblicken, dass der Verlags- und Onlinekonzern nur begrenzte Möglichkeiten für Gemeinschaftsprojekte sieht. "Im globalen Wettbewerb ist es wichtiger denn je, auf der nationalen Ebene dort die Kräfte zu bündeln, wo es sinnvoll und möglich ist", erklärte Vorstandsmitglied Andreas Wiele. Ein ProSiebenSat.1-Sprecher sagte, der Plan solle in den kommenden Monaten konkretisiert werden. Zu Einzelheiten äußerten sich die Konzerne am Mittwoch nicht.

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