Medienzar füllt Kriegskasse Rupert Murdoch will Sky Deutschland abstoßen

Der Medienmogul Rupert Murdoch will offenbar Sky konzernintern verkaufen. Mehr als der Mindestpreis soll wohl nicht gezahlt werden.

Der Pay-TV Fernsehsender Sky soll an BSkyB verkauft werden. Quelle: dpa

Der Medienzar Rupert Murdoch steht Medienberichte zufolge offenbar kurz vor einer engeren Verknüpfung seiner europäischen Pay-TV-Aktivitäten. Der britische Bezahlsender BSkyB könnte laut "Sunday Times" in den nächsten zwei Wochen eine Vereinbarung über eine Übernahme der Bezahlsender Sky Deutschland und Sky Italia treffen. Der Vorgang sei bislang auf den Widerstand von Minderheitsaktionären gestoßen, schreibt die britische Zeitung ohne nähere Angabe von Quellen.

Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete, der Coup stehe offenbar kurz bevor. Im Frankfurter Frühhandel legten Sky-Deutschland-Aktien fast drei Prozent zu.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Murdochs Bezahlsender BSkyB hatte bereits im Mai bestätigt, mit Murdochs Dachgesellschaft 21st Century Fox Gespräche über eine mögliche Übernahme der Bezahlsender Sky Deutschland und Sky Italia zu führen. Sollte BSkyB die Sky-Deutschland-Anteile übernehmen, müsste der Konzern den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot machen. Das britische Unternehmen hatte bereits erklärt, dabei aber nur den gesetzlich geforderten Mindestpreis und keinen Aufschlag zahlen zu wollen.

Überlegungen zum Umbau der europäischen Pay-TV-Aktivitäten hatte es in Murdochs Konzern in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Sky Italia gehört Murdoch komplett, an Sky Deutschland hält er eine Mehrheit von 55 Prozent. Nur das britische Geschäft hat der Medienzar nicht voll unter Kontrolle, hier beträgt der Anteil von 21st Century Fox knapp 40 Prozent.

Der Verkauf von Sky Deutschland würde Murdoch laut einen Milliardenbetrag einbringen, den er gut gebrauchen kann: Erst vergangene Woche war Murdoch mit einem Übernahmeversuch des Rivalen Time Warner gescheitert. Doch er wird wohl nicht locker lassen und das Gebot von zuletzt 80 Milliarden Dollar noch einmal aufbessern.

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