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Michael O’Leary Leise Töne vom Großmaul

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Änderungen rechnen sich

Ryanair schafft es weiterhin, seine Position abzusichern Quelle: dpa

Also tut Ryanair, womit sie groß geworden sind: Sie landet auch auf dem europäischen Festland in größeren Flughäfen, so wie es die Linie auf den britischen Inseln schon immer tat. Noch wichtiger jedoch: Ryanair geht auf seine Kunden zu und schraubt Übertreibungen bei Gebühren und Service etwas zurück - und will damit mehr Geld machen. Extras wie Sitzreservierung muss ja keiner kaufen. Aber wer im Flieger nicht in der Mitte sitzen will, wird sich seinen Platz vorab sichern.

Das dürfte Ryanair mindestens 50 Millionen Euro zusätzlichen Gewinn pro Jahr bringen. Das neue Buchungssystem lässt Kunden ohne Unbehagen buchen, weil sie die Tickets innerhalb von 24 Stunden noch ändern können.

Auch die Erlaubnis zum zweiten Handgepäckstück rechnet sich. Denn nun kann die fliegende Kundschaft wieder am Flughafen einkaufen und Ryanair profitiert dank seiner Umsatzbeteiligungen. Die Kosten bleiben übersichtlich, denn der Platz für die Extratüte in der Kabine ist nach wie vor begrenzt. Und wer zu spät kommt, muss oft eine Tasche in den Laderaum packen.

Europas stärkste Airline

So muss auch das angepeilte geringere Wachstum bei Umsatz und Passagieren keinen schrecken. Denn die geplante Steigerung von “nur“ noch acht Prozent entspricht immerhin einer halben Milliarde Euro pro Jahr. Und das langsamere Passagierplus bedeutet vor allem weniger Sonderangebote. An denen verdient die Airline ohnehin wenig bis nichts.

Somit wird Ryanair keineswegs schwächer. Mit bald 400 Flugzeugen und mehr als einer halben Million Flügen im Jahr wird sie nicht nur Europas größte, sondern auch stärkste Airline.

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Und am Ende ist natürlich auch die neue Nüchternheit im Auftreten inklusive dem Schwenk zu Werbeanzeigen clever durchgerechnet. Das krude Konkurrenz-Bashing für Lufthansa und Air Berlin hat O’Leary schon länger keiner mehr abgenommen, also kann er es auch gleich bleiben lassen. Zumal seine seit Jahren vorgetragenen Ideen wie Langstreckenflüge für zehn Euro immer noch für die nötige Aufmerksamkeit sorgen. Obwohl sie am Ende wohl genauso wenig umgesetzt werden wie Stehplätze im Flugzeug.

Somit brauchen sich alle Fans der Iren nicht zu fürchten. Trotz des milderen Rezepts gilt für die Flieger und für die Bilanz: Wo Ryanair drauf steht, ist auch künftig Ryanair drin.

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