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Michael O’Leary Überflieger Ryanair?

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Profiteur ist der Passagier

Die Iren machen bei ihren Wachstumsabsichten keinen Hehl daraus, dass sie von den Schwächen der deutschen Konkurrenz profitieren möchten. Jacobs erklärt: „Wir erwarten ein ziemlich schnelles Wachstum und beabsichtigen - wegen der anhaltenden Probleme der Lufthansa und Air Berlin - die Chance auf Wachstum in Deutschland zu nutzen.“ Die Lufthansa führt momentan Tarifverhandlungen mit Piloten und Bodenpersonal. Air Berlin arbeitet an einem Sanierungskonzept, um wieder Gewinne einzufahren.

Vor allem auf den Marktanteilen von Air Berlin dürfte das Hauptaugenmerk der Iren liegen. Dort fuhr man im ersten Quartal einen Verlust von 210 Millionen Euro ein und erwägt Stellen zu streichen. Ryanair meldet dagegen Rekordzahlen. So stieg der Gewinn im Jahr 2015 um 66 Prozent auf 867 Millionen Euro, die Zahl der Fluggäste um elf Prozent auf 90,6 Millionen. Der Aktienkurs des Unternehmens erhöhte sich im vergangenen Jahr sogar um rund 85 Prozent.

Übernahme von Entschädigungen?

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    Dass etablierte Fluggesellschaften wie Lufthansa ihre Langstreckenflüge an Verbindungen von Ryanair anpassen, wie das Ryanair-Chef O’Leary hofft, und dabei die Risiken bei Gepäckverlust oder Verspätungen übernehmen, hält Cord Schellenberg für wenig wahrscheinlich. Normalerweise zahlt die verspätete Airline Entschädigungen an die Passagiere. Ryanair greift außerdem gerne zu unkonventionellen Werbemethoden, die bei der Konkurrenz nicht gut ankommen. So konnte man auf den Flugzeugen schon „Bye bye Latehansa“ lesen.

    Kampf der Billigflieger

    Profiteur des Vorstoßes von Ryanair ist letztendlich der Fluggast. Er kann aus einer großen Zahl von Anbietern wählen und bezahlt auf der Kurzstrecke Niedrigpreise. „Die Liberalisierung der Luftverkehrsbranche, die in den Achtziger Jahren begann, schlägt nun voll durch“, erklärt Schellenberg. Seit 1997 dürfen Fluggesellschaften frei zwischen allen EU-Mitgliedsstaaten fliegen, seit 1993 können sie ihre Preise frei gestalten. Die Lufthansa sieht Schellenberg in einer Zwickmühle: Einerseits machen ihr die Golf-Airlines auf der Langstrecke zu schaffen, andererseits Billigflieger wie Ryanair auf der Kurzstrecke. „Auf der Kurzstrecke hat der Fluggast seine Loyalität zur Disposition gestellt.“

     

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