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Milliardengebot für Abertis Hochtief steigt in Autobahn-Schlacht ein

Hochtief steigt in das Wettbieten um den spanischen Autobahnbetreiber Abertis ein und bietet 17 Milliarden Euro. Finanzieren will der Essener Konzern den Deal über eine Kapitalerhöhung. Analysten sind geteilter Meinung.

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Hochtief steigt in Wettbieten um spanischen Autobahnbetreiber Abertis ein Quelle: AP

17,1 Milliarden Euro bietet der Essener Baukonzern Hochtief für den spanischen Autobahnbetreiber Abertis. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Damit steigt das Essener Unternehmen, das zu 72 Prozent dem spanischen Konzern ACS gehört, in die Bieterschlacht um das Mautunternehmen ein.

Auch der italienische Konkurrent Atlantia, der zur Benetton-Familie gehört, hatte im Mai ein Angebot über 16,3 Milliarden Euro abgegeben. Sollte Atlantia den Zuschlag bekommen, könnte das Unternehmen gemeinsam mit Abertis der größte Mautstraßenbetreiber der Welt werden. Die spanischen Börsenaufsicht hat dem Angebot zugestimmt.

Der Aufsichtsrat von Hochtief war am Mittwoch zusammengekommen, um über das Angebot zu beraten. Über ein Angebot des Essener Konzerns war bereist seit Monaten spekuliert worden.

Im Sommer hatte Florentino Perez, Chef des größten spanischen Baukonzerns ACS, erklärt, er prüfe eine Offerte – und zwar über die Tochter Hochtief. ACS selbst kann Abertis nicht kaufen, weil Europas drittgrößtem Baukonzern das Geld fehlt.

Doch Abertis ist attraktiv, denn das Unternehmen ist hochprofitabel. 2016 erwirtschaftete Abertis einen Umsatz von 4,9 Milliarden Euro. Der operative Ertrag (Ebitda) lag bei 3,2 Milliarden, unter dem Strich blieb ein Gewinn von 796 Millionen Euro. Zugleich drücken das Unternehmen aber Schulden von über 14 Milliarden Euro. Größter Anteilseigner ist die einflussreiche spanische Investment-Holding Criteria Caixa mit 22,25 Prozent.

Das 2003 gegründete Unternehmen verwaltet Mautstraßen mit einer Länge von mehr als 8600 Kilometern weltweit. Allein in Spanien sind es knapp 1600 Kilometer – mehr als 60 Prozent der dortigen Mautstraßen. In Europa sind die Spanier zudem auch in Italien, Frankreich, Irland, Großbritannien und Kroatien aktiv. Aber auch in Südamerika ist Abertis stark vertreten. Mehr als 70 Prozent der Umsätze werden außerhalb des Heimatmarkts eingefahren.


Hochtief trägt das finanzielle Risiko

Analysten sind geteilter Meinung über den Deal. Der Kauf würde Hochtief in Summe mehr als 30 Milliarden Euro kosten. 17,1 Milliarden für die Gegenofferte und 15 Milliarden Euro für die Übernahme der Schulden von Abertis. „Für ACS wäre der Kauf ein cleverer Deal, weil das finanzielle Risiko bei Hochtief läge“, heißt es aus Finanzkreisen.

Für Hochtief ergäben sich durch den Kauf keine offensichtlichen Synergien. Abertis unterhalte in Deutschland keine nennenswerten Bauaktivitäten – Hochtief habe keine Aktivitäten als Autobahnbetreiber. Seit Beginn der Spekulationen sank der Aktienkurs von Hochtief.

Doch es gibt auch Analystenstimmen, die einen möglichen Kaufpositiv sehen. Mit der neuen spanischen Tochter könnte der Essener Baukonzern noch viel kräftiger wachsen als bisher, schreiben die Analysten des Bankhauses Lampe.

Hochtief hat mehr als 51.000 Mitarbeitern und erwirtschaftete Umsatzerlöse von 19,9 Milliarden Euro und einen Konzerngewinn von 320,5 Millionen Euro. Schulden bereiten Hochtief keine Sorgen: Zum Jahresende 2016 verfügte der Konzern über ein Netto-Finanzvermögen von über 700 Millionen Euro.

ACS, kontrolliert von Real-Madrid-Präsident Florentino Perez, verdient mit Bau und Dienstleistungen sein Geld. Die Spanier sind nach einem erbitterten Übernahmekampf bei Hochtief eingestiegen und haben ihren Anteil stetig ausgebaut – auch dadurch, dass Hochtief eigene Aktien aufkaufte und diese dann einzog. ACS kommt auf einen Umsatz von knapp 32 Milliarden Euro, der Gewinn lag 2016 bei 751 Millionen Euro.

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