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Musik-Streaming Wie sich das Verhältnis der Musikindustrie zu Spotify verändert hat

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Plattenfirma bekommt 600 Euro für 100.000 Klicks

Die Meldung hat den Musiker Ekki Maas überrascht: Er hatte bislang den Eindruck, der Kampf gegen Spotify sei verloren. Der Bassist des Indie-Pop-Quartetts Erdmöbel hatte 2014 beschlossen, seine Musik von der Plattform zu nehmen. „Wir dachten damals, wir könnten Teil einer größeren Bewegung werden, die sich gegen die schlechte Bezahlung von Musikern stark macht“, sagt er rückblickend. Aber nur sehr wenige hätten mitgemacht. „Wir haben irgendwann klein beigegeben.“

Spotify hat im vergangenen Jahr Deals mit mehreren großen Plattenfirmen abgeschlossen – unter anderem mit Taylor Swifts Label Universal Music. Seitdem sind manche neue Alben von Universal-Künstlern zunächst zwei Wochen nach Veröffentlichung ausschließlich zahlenden Premium-Abonnenten zugänglich, bevor sie kostenlos gestreamt werden können.

Ähnliche Absprachen sollen mit den beiden großen Labels Sony Music Entertainment und Warner Music getroffen worden sein. Dabei hatte Spotify immer argumentiert, man brauche Gratisversionen, um Nutzer zu binden und später für kostenpflichtige Abo-Modelle zu gewinnen.

Bei den Künstlern kommt noch immer wenig an

Damit ist der Streamingdienst zumindest teilweise auf die Forderungen der Musikindustrie eingegangen. Und die großen Plattenfirmen, die jahrelang mit illegalen Raubkopien im Netz zu kämpfen hatten, freuen sich über steigende Gewinne durch Streaming. Davon komme bei den Künstlern allerdings sehr wenig an, sagt Ekki Maas, der eine eigene kleine Plattenfirma besitzt. „Wir bekommen für 100.000 Klicks gerade einmal 600 Euro von Spotify.“ Musiker, die bei einem großen Label sind, erhalten davon wiederum nur einen geringen Anteil.

Die Deals mit den drei großen Labels nützen also weniger den Künstlern selbst, sondern sollen vor allem Investoren Sicherheit geben. Medienberichten zufolge plant Spotify einen Börsengang, daher muss der Streaming-Anbieter sicherstellen, dass die Musik der beliebtesten Künstler dauerhaft verfügbar ist.

Für Musiker Maas stecken die großen Plattenfirmen ohnehin mit den Streaming-Diensten unter einer Decke. „Universal, Warner und Sony sollen selbst Anteile an den Streaming-Plattformen halten“, sagt er. Wenn Spotify höhere Gewinne erzielt, profitieren die Plattenfirmen also auch davon. „Nur die Künstler werden mit Kleckerbeträgen abgespeist – obwohl es ohne sie die Musik gar nicht gäbe.“

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