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Nach Korruptionsskandal KPMG Südafrika feuert 400 Mitarbeiter

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG versucht weiterhin ihr Image zu verbessern. Für 400 Mitarbeiter hat das jetzt Entlassungen zur Folge.

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KPMG wird vier kleinere regionale Büros schließen. Quelle: Reuters

Johannesburg Als Folge ihres Korruptionsskandals in Südafrika will sich die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG von bis zu 400 Beschäftigten trennen. KPMG werde vier kleinere regionale Büros schließen und sich auf die vier Stützpunkte in Kapstadt, Johannesburg, Durban und Port Elizabeth beschränken, kündigte der KPMG-Chef von Südafrika, Nhlamulo Dlomu, am Montag an.

Zudem wechseln Führungskräfte der internationalen Gesellschaft in die Leitung der Landesgesellschaft. Dies unterstreiche, wie viel KPMG investiere, damit die Südafrika-Tochter weiterhin Vertrauen, Qualität und Integrität aufbauen könne, erklärte Konzernchef Bill Thomas.

Seit dem vergangenen Jahr kämpft das Unternehmen darum, nach dem Verlust vieler Großkunden sein beschädigtes Ansehen zu reparieren – durch Verbesserungen der Unternehmensführung und durch neues Management. Die KPMG geriet wegen ihrer Verbindung zur Familie Gupta in Verruf. Dem aus Indien stammenden Clan wird vorgeworfen, seine Freundschaft zum Ex-Präsidenten Jacob Zuma genutzt zu haben, um an staatliche Aufträge zu kommen und die Besetzung von Regierungsposten zu beeinflussen. Die Guptas und der inzwischen abgesetzte Präsident bestreiten das.

Seit dem vergangenen Jahr hat die KPMG mehr als ein Dutzend seiner wichtiger Kunden verloren: im April erst den Rechnungshof des Landes und die Bank Barclays. Die Regionalbüros arbeiteten hauptsächlich für ersteren. Sie sollen bis Anfang August geschlossen werden. Künftig hat die Firma in Südafrika gut 130 Partner und 2200 Beschäftigte.

Auch dem Walldorfer Softwarekonzern SAP wurde wegen Zahlungen an mit dem Gupta-Clan verbundene Firmen Korruption vorgeworfen. Der Dax-Konzern entließ deshalb Verantwortliche und verschärfte seine Vorschriften.

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