Nach Notlandungen Ryanair-Chef bestreitet Treibstoffmangel

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat Vorwürfe zurückgewiesen, die jüngsten Notlandungen von Maschinen des Billigfliegers seien auf Treibstoff-Knauserei zurückzuführen. Die Notlandungen seien ein "außergewöhnliches Ereignis" gewesen.

Die größten Billig-Flieger Europas
Mit einer eigenen Billigfluglinie will die größte Airline Russlands nach finanziellen Turbulenzen 2014 wieder durchstarten. Für den umkämpften russischen Flugmarkt sind die Pläne von Marktführer Aeroflot eine Revolution. Dobroljot - zu Deutsch: guter Flug - heißt die neue Airline, die sich der vom Kreml kontrollierte Konzern allein in den ersten beiden Jahren rund 100 Millionen US-Dollar kosten lässt. „Nur ein großer Player wie Aeroflot ist in der Lage, mit Macht von Null ein Unternehmen aufzubauen“, sagt der Flugexperte Roman Gussarow der Zeitung „Iswestija“. Das Ziel: Die meist hohen Preise für Flugreisen im größten Land der Erde sollen um bis zu 40 Prozent sinken. Derzeit kosten Inlandsflüge oft deutlich mehr als vergleichbare Auslandsstrecken. Vorbild für die Pläne von Aeroflot-Chef Witali Saweljew ist der irische Billigflieger Ryanair. Wie bei anderen Linien sollen Gepäckaufgabe und Essen nur gegen hohe Aufschläge möglich sein. „Schnell, angenehm, günstig“ - so wirbt Dobroljot bereits im Internet. Schon ab Mitte 2014 will die neue Airline abheben, zunächst mit acht modernen Boeing 737-800. Später soll die Flotte auf 40 Maschinen wachsen. Als erstes stehen einige beliebte Ziele im westlichen Teil des Riesenreichs auf dem Flugplan wie die Touristenmetropole St. Petersburg oder die Millionenstadt Jekaterinburg. Tickets sind aber noch nicht zu kaufen. Quelle: dpa
Lettische Fluggesellschaft Air Baltic startet 1.200 Mal wöchentlich. Quelle: Pressebild
German Wings liegt auf Platz 9 der europäischen Billig-Airlines Quelle: AP
Die ungarische Airline Wizz belegt Platz 8 der europäischen Low-Cost-Airlines. Quelle: dpa/dpaweb
Aer Lingus belegt Platz 7 im Ranking der größten europäischen Airlines. Quelle: Pressebild
Norwegian Air Shuttle belegt Platz 6 im Ranking der größten europäischen Billig-Airlines Quelle: Pressebild
Die spanische Fluggesellschaft Vueling schafft es auf Platz 5 im Ranking der europäischen Billig-Fluglinien. Quelle: screenshot

Das sagte der Manager der "Financial Times Deutschland". "Jede der drei Maschinen hatte genug Treibstoff an Bord, dass es für 90 Minuten über der geplanten Landezeit reichte. Die Flugzeuge mussten jedoch rund eine Stunde nach der geplanten Landezeit in einer Warteschleife über Valencia kreisen. Das ist nicht normal." Drei Ryanair-Flugzeuge hatten am 26. Juli in der spanischen Stadt notlanden müssen.

Ryanair betonte indes, alle drei Maschinen seien normal und mit ausreichenden Kerosinvorräten gelandet. Der Vorrat habe den Sicherheitsvorschriften des Herstellers Boeing und der Europäischen Agentur für Flugsicherheit entsprochen.
Europas größter Billigflieger Ryanair ist nach drei Notlandungen wegen knapp werdenden Kerosins in Spanien auch in Deutschland in die Kritik geraten. „Ryanair setzt die Piloten unter Druck, nicht zu viel Treibstoff zu tanken“, sagte der Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, Jörg Handwerg. „Wenn eine Fluglinie an einem Tag dreimal wegen Kerosinmangels notlanden muss, dann stimmt etwas im System nicht.“ Die irische Fluggesellschaft ging auf diesen Vorwurf nicht direkt ein, sieht sich aber auf der sicheren Seite. Der Deutschen Flugsicherung (DFS) sind „keinerlei Probleme dieser Art mit Ryanair bekannt“, wie ein Sprecher auf Anfrage am Donnerstag sagte.

Wenn der Jet zum Walfisch wird
Condor und Tigerente Quelle: Sebastian Dahmer
Boeing 737 mit Adler Quelle: Pressebild
Der Sunshine-State-Flieger Quelle: Pressebild
Der Wal am Himmel Quelle: Pressebild
Die patriotische Idee Quelle: Pressebild
Der Wunsch-Flieger Quelle: Pressebild
Das Zeichen für die Rugby-Stars Quelle: Pressebild


Hintergrund ist, dass am 26. Juli zahlreiche Flüge mit Ziel Madrid zum eine Stunde entfernten Flughafen Valencia umgeleitet wurden, wo sich Jets in einer Warteschleife stauten. „Nachdem drei Maschinen 50, 68 und 69 Minuten nach der geplanten Landezeit in Madrid noch über Valencia kreisten, beantragten die drei Ryanair-Maschinen eine sofortige Landung, da die Kerosinmengen an Bord ein Minimum erreicht hatten“, beschrieb Ryanair das Geschehen. Zum Zeitpunkt der Landung sei noch Treibstoff für 30 Minuten Flugzeit oder 300 Flugmeilen im Tank gewesen. Dies entspreche den Sicherheitsvorschriften des Flugzeugbauers Boeing und der europäischen Sicherheitsbehörde EASA.


DFS-Sprecher Raab verwies ebenfalls auf die klaren Regeln, wonach der Sprit nicht nur bis zum Zielflughafen und einem Ausweichzielort reichen müsse, sondern auch noch für 30 Minuten Warteschleifen. Würde absichtlich weniger getankt, wäre das ein klarer Regelverstoß. In nachvollziehbaren Fällen wie etwa starkem Gegenwind auf einer langen Route würden die Fluglotsen im Einzelfall Maschinen vorziehen, sofern sich die anderen wartenden Piloten einverstanden erklärten.

Spanische Verbraucherschutzverbände warfen Ryanair hingegen vor, Passagiere in Gefahr gebracht zu haben. Das Verkehrsministerium in Madrid hatte bereits am Dienstag eine Untersuchung eingeleitet. Ryanair teilte am Donnerstag mit, Untersuchungen der Behörden zu unterstützen. Dazu sei ein Bericht bei den Luftfahrtaufsehern in Spanien und Irland eingereicht worden. Betroffen gewesen seien nur drei der 1500 Ryanair-Flüge an diesem Tag.

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