Nach Pilotenstreik Fluggesellschaft SAS meldet Insolvenz unter US-Aufsicht an

Der Vorstandsvorsitzende von SAS, Anko van der Werff, hier auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Quelle: via REUTERS

Angesichts eines Streiks will sich die skandinavische Airline unter Aufsicht eines Richters sanieren. Die Pilotengewerkschaft ist empört. Für viele Flugreisende kommt die Entscheidung zur Unzeit.

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Die skandinavische Fluggesellschaft SAS hat in den USA Insolvenz angemeldet. Die Airline warnte am Dienstag, ein am Montag begonnener Streik von 1000 Piloten gefährde die Zukunft des Unternehmens. Mit dem Antrag auf Insolvenz nach Kapitel 11 solle eine finanzielle Restrukturierung unter Aufsicht eines US-Bundesgerichts ermöglicht werden, teilte SAS mit. Auf den laufenden Betrieb werde dieser Schritt keine Auswirkungen haben.

Der Vorstandsvorsitzende von SAS mit Sitz in Stockholm, Anko van der Werff, sagte, der Streik habe den Prozess beschleunigt. „Das Wichtigste ist, dass es sich um einen Konkursschutz handelt, nicht um einen Bankrott, sondern um eine finanzielle Sanierung“, erklärte er.

Das Unternehmen teilte mit, es befinde sich in weit fortgeschrittenen Gesprächen mit einer Reihe potenzieller Kreditgeber, um den Betrieb während des gerichtlich überwachten Prozesses zu unterstützen. Mit einem Rettungsplan, der im Februar vorgelegt wurde, soll die Wettbewerbsfähigkeit der Fluggesellschaft sichergestellt werden.

Die Piloten reagierten empört auf den Insolvenzantrag. Der Vorsitzende der SAS-Pilotengewerkschaft, Roger Klokset, warf dem Unternehmen vor, es habe die Verhandlungen vom November letzten Jahres bis zum Tag vor dem Antrag in die Länge gezogen, ohne jemals die Absicht zu haben, eine Vereinbarung mit den Piloten zu schließen.

Die SAS-Piloten legten am Montag die Arbeit nieder und nannten als Gründe eine unzureichende Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen. Sie zeigten sich auch verärgert über die Entscheidung der Airline, freie Stellen bei Tochtergesellschaften neu zu besetzen, anstatt ehemalige Piloten einzustellen, die wegen der Pandemie entlassen worden waren.

Van der Werff bezeichnete den Streik als verheerend für SAS. Der Arbeitskampf setze die Zukunft des Unternehmens und die Arbeitsplätze von Tausenden Kollegen aufs Spiel.

Der Streik könnte Schätzungen zufolge zur Absage von etwa der Hälfte aller SAS-Flüge führen und etwa 30.000 Passagiere pro Tag in ihren Reiseplänen beeinträchtigen. Flüge, die von SAS Link, SAS Connect und den externen Partnern von SAS durchgeführt werden, sind nicht betroffen.

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Die Fluggesellschaft gehört zum Teil den Regierungen von Schweden und Dänemark. Norwegen hat seinen Anteil 2018 verkauft. Das Land hält noch Schulden bei der Fluggesellschaft und ist nach eigenen Angaben unter Umständen bereit, diese in Eigenkapital umzuwandeln.

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