Nach Sparprogrammen Air Berlin erzielt wieder Gewinn

Erstmals seit fünf Jahren schreibt Air Berlin wieder schwarze Zahlen. Dabei profitiert die Fluggesellschaft aber vor allem vom Verkauf des Vielfliegerprogramms an Großaktionär Etihad. Und nun wird gespart.

Aufstieg und Niedergang von Air Berlin
Kim Lundgren (l), Mitgründer und Präsident der 'Air Berlin Inc.' und Pilot, mit seinem Sohn Shane Lundgren, ebenfalls Pilot bei Air Berlin Inc. Quelle: airberlin
Joachim Hunold Quelle: airberlin
Einstieg ins Linienfluggeschäft Quelle: airberlin
Service an Bord von Air Berlin 2003 Quelle: airberlin
Niki Lauda (2009) Quelle: dpa
Airbus A 320 (2005) Quelle: airberlin
dba Air Berlin Quelle: AP

Der neue Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer kann mit einem Gewinn in sein Amt starten: Erstmals seit fünf Jahren kann Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft wieder ein Plus vorlegen - und zwar 6,8 Millionen Euro. Der Konzernumsatz wuchs leicht auf 4,31 Milliarden Euro. Dabei profitiert die Airline aber vor allem vom Verkauf des Vielfliegerprogramms "topbonus", das die Berliner für 184,4 Millionen Euro an Großaktionär Etihad verkauft hatten. „Wir sind noch nicht am Ziel und sind uns bewusst, dass zum Ergebnis in 2012 auch Einmaleffekte beigetragen haben“, kommentierte Prock-Schauer das Ergebnis in einer ersten Stellungnahme. Denn es gab auch weniger gute Nachrichten.

Die wichtigsten Stationen von Wolfgang Prock-Schauer

Auf Druck der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung muss Air Berlin das Ergebnis für das Jahr 2011 drastisch nach unten korrigieren. Der Verlust fällt mit 420,4 Millionen Euro um 149 Millionen Euro höher aus als ursprünglich ausgewiesen. Damit schrumpft auch das Eigenkapital kräftig. Von den einst für Ende 2011 ausgewiesenen 254 Millionen Euro bleiben nach der Korrektur und dem überraschenden Gewinn Ende 2012 nur noch 130 Millionen Euro übrig.

Die "Bilanzpolizei" DPR hatte eine Korrektur des Wertansatzes von Steuervorteilen verlangt. Solche latenten Steuern fallen etwa dank Verlustvorträgen an, mit denen ein Unternehmen die Steuerlast in den Folgejahren senken kann - allerdings fallen sie nur dann ins Gewicht, wenn es dann tatsächlich Gewinne schreibt. 2012 schnitt Air Berlin im operativen Geschäft besser ab als von Analysten erwartet. Vor Steuern und Zinsen schrieb die Gesellschaft einen Gewinn (EBIT) von 70 Millionen Euro, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Minus von 247 Millionen gestanden hatte. Analysten waren von roten Zahlen ausgegangen.

50 Millionen Euro mehr dank Etihad

Auch die Zahl der Fluggäste der Airline stieg: 2012 steigerte sie sich um 5,5 Prozent auf 33,3 Millionen, die Auslastung stieg um 1,6 Prozentpunkte auf 79,80 Prozent. Pro Passagier verdient Air Berlin nun durchschnittlich rund 120 Euro - etwa 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die strategische Partnerschaft mit Etihad hat den Berlinern laut eigenen Angaben 219.000 zusätzlich Fluggäste und einen Umsatz von 50 Millionen Euro eingebracht. Durch die Verbindung der Streckennetze und Vielfliegerprogramme hatten die Airline ihr Angebot im vergangenen Jahr enger verknüpft. „Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit Etihad im laufenden Jahr unseren Umsatz ausbauen und vor allem weitere Kostensynergien erreichen werden“, so Prock-Schauer.

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