Nach Unfall bei Alaska Arlines: Lufthansa und Co. halten zum Pannenflieger 737 Max
Eine Tür-Bereich einer Boeing 737 Max 9 der Alaska Airlines, der auf die Inspektion wartet: Bei einem Flugzeug des gleichen Modells war mitten im Flug die Tür durch den Druck herausgesprengt worden.
Foto: dpaObwohl Boeing-Chef David Calhoun Fehler im Unternehmen eingestand, nachdem der Kabinendruck die Tür einer Maschine von Alaska Airlines im Flug herausgesprengt hatte, will etwa die Lufthansa das umstrittene Mittelstreckenflugzeug in ihre Flotte aufnehmen. Auf die Frage, ob der Konzern die erst im Dezember aufgegebene Bestellung von 40 Flugzeugen und eine Kaufoption für 60 weitere Jets nun noch einmal prüfen werde, antwortete eine Lufthansa-Sprecherin lapidar mit: „Nein.“
Auch die anderen deutschen Max-Kunden Tuifly und die Lufthansa-Beteiligung Sun Express fühlen sich nicht betroffen. Ihre Begründung: Sie betreiben eine andere Variante der Max als jene, die am 5. Januar betroffen war. Nach einer von der US-Flugaufsicht FAA angeordneten Überprüfung fanden Alaska Airlines und United Airlines in mehreren Jets lockere Bolzen.
In den sozialen Medien mehren sich derweil besorgte Kommentare von Lufthansa-Kunden. Einer nennt die Bestellung „außerordentlich besorgniserregend“. Ein anderer kündigt an: „Ich werde niemals eine Boeing 737 Max boarden!“ Beide sorgt, dass es beim Bau der 737 Max in den vergangen Jahren immer wieder Probleme gab. 2018 und 2019 waren zwei Flieger abgestützt, 346 Menschen an Bord starben.
Anders als in der offiziellen Verlautbarung sind innerhalb der Lufthansa durchaus skeptische Stimmen zu hören. „Die Max hat offensichtlich ein Dauerproblem“, heißt es in Aufsichtsratskreisen, „das ist weder für das Modell noch für uns als Betreiber gut.“ Darum war schon der jüngste Auftrag intern umstritten. Dass die Fluglinien trotzdem an ihren Aufträgen festhalten, liegt vor allem daran, dass Airbus die Nachfrage nach neuen sparsamen Mittelstreckenjets nicht allein decken kann. „Alle wissen, dass Boeing ein fettes Problem hat, aber sie wissen auch: Eine Welt ohne Boeing ist ganz sicher keine Option“, so der Luftfahrtberater Heinrich Großbongardt.
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