Nach Wirecard-Skandal Wirtschaftsprüfung: Spalten hilft nicht

EY nickte Wirecards Bilanzen ab. Wirtschaftsprüfer stehen derzeit stark in der Kritik Quelle: imago images

Wenn sich Wirtschaftsprüfer in zwei Hälften trennen, nutzt das ihnen allenfalls selbst. Die Qualität der Prüfung erhöht es nicht.

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Natürlich stehen Wirtschaftsprüfer oft zu Recht in der Kritik. Dass EY die Bilanzen von Wirecard über Jahre ohne essenzielle Nachfragen abnickte, ist bis heute kaum erklärbar. Politik und Regulierer überziehen die Branche deshalb gerade mit neuen Regeln.

Die Ideen reichen von einer häufigeren Rotation über schärfere Vorschriften zu Haftung und Transparenz bis zu Shared Audits, bei denen kleinere Prüfer den Branchenriesen zur Seite gestellt werden. Manche sind sinnvoll, einige wurden schon umgesetzt.

Mit der möglichen Trennung des Beratungs- vom Prüfungsgeschäft spielt EY nun selbst einen radikalen Schritt durch. Die Verbindung gilt als problematisch, weil die Aussicht auf lukrative Beratungsmandate womöglich zu Großzügigkeit bei der Prüfung verführen soll.

Tatsächlich sind solche Angebote aus einer Hand aber schon lange nur noch sehr eingeschränkt möglich, EY hat Wirecard auch nicht in großem Stil beraten. Die Qualität der Prüfung leidet vielmehr unter persönlicher Nähe und Oberflächlichkeit. Hinter der steht auch der seit Jahren steigende Kostendruck im hart umkämpften Prüfungsgeschäft. Eine Trennung vom lukrativen Beratungsbusiness dürfte ihn weiter verschärfen – und damit vermutlich sogar kontraproduktiv sein.

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