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Nach zähem Ringen Piloten und Lufthansa vereinbaren Krisenplan

Die Gewerkschaft bezifferte den Sparbeitrag der Piloten auf bis zu mehr als 450 Millionen Euro. Zusammen mit dem bereits geschlossenen Paket für 2020 ergäben sich Einsparungen von insgesamt mehr als 600 Millionen Euro. Quelle: REUTERS

Aufatmen bei den Lufthansa-Piloten: Massenentlassungen scheinen vorerst vom Tisch zu sein. Zuvor hatte Lufthansa-Chef Spohr den Druck im WirtschaftsWoche-Interview nochmal deutlich erhöht. Was dahintersteckt.

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Im Streit über Kostensenkungen in der Coronakrise hat die Lufthansa mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) eine weitere Einigung erzielt. Diese ermögliche der Lufthansa, die Kurzarbeit des Cockpitpersonals bis Ende 2021 zu verlängern, teilten beide Seiten am Mittwoch mit. Im Gegenzug schließe der Konzern betriebsbedingte Kündigungen für die Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Aviation Training sowie eine Teilgruppe der Germanwings-Piloten bis März 2022 aus. Der Sparbeitrag der Piloten steigt damit nach Gewerkschaftsangaben maximal um 450 Millionen Euro auf über 600 Millionen.

Die Airline hat rund 5000 Piloten, von denen viele derzeit wegen des Geschäftseinbruchs in der Pandemie in Kurzarbeit sind. Die Lufthansa will sich von rund 1000 Cockpit-Beschäftigten trennen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr erhöhte jüngst den Druck auf die Piloten. „Mangels Einigung wird es wohl erstmals in der Geschichte unseres Unternehmens im zweiten Quartal 2021 so weit sein, dass uns 500 Kapitäne und 500 Erste Offiziere verlassen müssen“, sagte Spohr vor kurzem im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Die Verhandlungen waren langwierig und zäh. Der Tarifabschluss garantiere Tausenden Piloten Arbeitsplatzsicherheit und ermögliche der Lufthansa Liquidität, sagte VC-Tarifvorstand Marcel Gröls der Nachrichtenagentur Reuters. „Dazu waren auch nur rund 170 Verhandlungsstunden und neun vorgelegte Angebote der VC notwendig“, sagte er. Im kommenden Jahr soll es weitere Gespräche geben. „Wir wollen die Laufzeit des Krisentarifvertrags nutzen, um mit der Vereinigung Cockpit nachhaltige strukturelle Lösungen als Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen zu vereinbaren und Kündigungen auch nach der Laufzeit vermeiden zu können“, sagte Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann. Daher setzten Lufthansa und VC die Verhandlungen 2021 fort.

Mit der Gewerkschaft Verdi hat sich die Lufthansa bereits auf ein Krisenpaket für die rund 24.000 Tarifbeschäftigten am Boden geeinigt. Auch mit der Gewerkschaft UFO gibt eine Einigung für das Kabinenpersonal.

Mehr zum Thema: Norwegian ist die bislang größte Airline-Insolvenz in der Coronakrise. Die neuen Einschränkungen im Flugverkehr könnten das Ende der Erfolgsgeschichte bedeuten.

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