Nahverkehr Die meisten Schwarzfahrer sind in Duisburg

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Duisburg ist die Stadt mit dem höchsten Anteil von Schwarzfahrern in Deutschland. Vier Prozent der kontrollierten Fahrgäste nutzten 2013 in Duisburg Busse und Bahnen ohne Ticket.

Mit einem Aufkleber in der Straßenbahn wird auf Strafen für Schwarzfahrer hingewiesen Quelle: dpa

Fast genauso hoch war die Schwarzfahrerquote mit bis zu vier Prozent in Bonn, Berlin und Bielefeld. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der WirtschaftsWoche unter den Nahverkehrsbetrieben der 25 größten Städte in Deutschland.

Auf dem fünften Platz liegt mit einem Schwarzfahreranteil von 3,3 Prozent die rheinische Metropole Köln, knapp vor München und Stuttgart, die auf jeweils drei Prozent Schwarzfahrer kommen. Dahinter folgen Hamburg, Wiesbaden und Bremen.

Hier leben die meisten Schwarzfahrer
Platz 23: Münster0,6 Prozent aller Bus- und Bahnfahrer sind in Münster ohne Ticket unterwegs. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der „WirtschaftsWoche“ unter den Nahverkehrsbetrieben der 25 größten Städte in Deutschland. Der Fernverkehr (hier ein ICE in der Nähe von Münster) blieb in der Umfrage unberücksichtigt. Quelle: obs
Platz 23: GelsenkirchenDas Kraftwerk Ruhr in Gelsenkirchen: In der Ruhrgebietsstadt fahren ebenfalls 0,6 Prozent aller Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs schwarz. So entgehen den Nahverkehrsbetrieben in Deutschland durch Schwarzfahrer pro Jahr Einnahmen in Höhe von 250 Millionen Euro. Quelle: ZBSP
Platz 23: BochumEin Nahverkehrszug vor einer Gleisweichenstellung in Bochum: Das Ruhrgebiet scheint bei Schwarzfahrern beliebt zu sein. Auch in Bochum sind 0,6 Prozent der Bus- und Bahnfahrer ohne Ticket unterwegs. Quelle: dpa
Platz 20: WuppertalEine Schwebebahn fährt in Wuppertal am Opernhaus vorbei: Hier fahren sogar 0,8 Prozent aller Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs ohne Ticket. Quelle: dpa
Platz 19: NürnbergEine S-Bahn fährt in Nürnberg über eine Brücke: Schwarzfahrer sollen vom kommenden Jahr an mit einem deutlich höheren Bußgeld belangt werden. Dort sind ein Prozent ohne Ticket unterwegs. Quelle: obs
Platz 18: MannheimUmgekippte Waggons eines Eurocitys und die Lok eines Güterzugs im Hauptbahnhof von Mannheim: Schwarzfahren ist zwar nicht ganz so schlimm wie ein entgleister Zug. Die Kosten sind aber die gleichen. In Mannheim sind 1,3 Prozent aller Reisenden des öffentlichen Nahverkehrs ohne Ticket unterwegs. Quelle: dpa
Platz 17: LeipzigZüge auf dem Vorfeld des Hauptbahnhofes Leipzig: Hier fahren sogar 1,4 Prozent aller Bus- und Bahnkunden ohne Ticket. Neben den Lokführerstreiks verlieren die öffentlichen Verkehrsbetriebe am meisten Geld durch Schwarzfahrer. Quelle: dpa
Platz 16: HannoverEin Bahn-Signal vor einer Weiche im Hauptbahnhof in Hannover: In der niedersächsischen Landeshauptstadt sind zwei Prozent der Bahnfahrer ohne Ticket unterwegs. Quelle: dpa
Platz 16: DüsseldorfZwei Bahnen der Rheinbahn in Düsseldorf: Eine Bußgeld-Anhebung von 40 auf 60 Euro sei angemessen, hatte der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Ressortchef Reinhard Meyer (SPD), vor einigen Tagen angekündigt. „Andernfalls würden diese Kosten vollständig auf die Allgemeinheit in Form von höheren Fahrpreisen umgelegt werden.“ Zwei Prozent der Nahverkehrsteilnehmer sind in Düsseldorf daran schuld. Quelle: AP
Platz 16: AugsburgEin Mann schaut im Hauptbahnhof Augsburg auf einen stehenden Intercity Express und einen Regionalzug: In der bayerischen Stadt fahren zwei Prozent der Bus- und Bahnfahrer schwarz. Quelle: dpa
Platz 13: EssenZüge der Deutschen Bahn in der Nähe des Hauptbahnhofs der Ruhrgebietsstadt Essen: Hier sind es sogar 2,1 Prozent. Quelle: AP
Platz 12: DortmundMit den vielen Fußballfans ist es nicht allein zu erklären, dass in Dortmund 2,3 Prozent der Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs nicht für ihr Ticket zahlen. Quelle: REUTERS
 Quelle: dpa
Platz 10: BremenBahnsteighalle in Bremen: Die Hansestadt hat es mit 2,5 Prozent Schwarzfahrern unter den ÖPNV-Nutzern zu tun. Quelle: dapd
Platz 9: WiesbadenFünf vor Zwölf: In der hessischen Landeshauptstadt sind bis zu drei Prozent aller Nutzer von Bus und Bahn ohne Ticket unterwegs. Ein höheres Bußgeld soll künftig einen Teil der Aufwendungen der Verkehrsunternehmen für Kontrollen ausgleichen. Quelle: AP
Platz 9: HamburgAusblick auf den Hamburger Hafen: In der Hansestadt sind ebenfalls bis zu drei Prozent Schwarzfahrer unterwegs. Quelle: dpa
Platz 9: StuttgartDer Stuttgarter Hauptbahnhof: Allein als Protestaktion gegen „Stuttgart 21“ ist der hohe Anteil der Schwarzfahrer von drei Prozent in Stuttgart nicht zu erklären. Quelle: dpa
Platz 9: MünchenTrotz der vielen wohlhabenden Einwohner der bayrischen Landeshauptstadt ist die Bahn nicht allen Münchnern den Ticketpreis wert. Drei Prozent der Bus- und Bahnfahrer haben hier kein Ticket. Quelle: dpa
Platz 5: KölnDer Hauptbahnhof in Köln an der Domplatte: Die Stadt liebt mit ihrem Schwarzfahreranteil von 3,3 Prozent knapp vor München und Stuttgart. Das kostet die Domstadt jährlich neun Millionen Euro. Quelle: dpa
Platz 4: BielefeldSchaffner vor dem Einstieg in einen Intercity: In Ostwestfalen sind nach Angaben der Wirtschaftswoche drei bis vier Prozent der Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs 2014 ohne Ticket unterwegs. Quelle: dpa

Pro Jahr entgehen den Nahverkehrsbetrieben in Deutschland durch Schwarzfahrer Einnahmen in Höhe von 250 Millionen Euro, schätzt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen. Allein Duisburg musste 2013 auf rund fünf Millionen Euro Umsatz verzichten. Seit Anfang des laufenden Jahres setzt die Stadt daher auf ein Konzept, das sich in den Nachbarstädten Mülheim und Essen bewährt hat: Der Schwarzfahrer spart das Bußgeld, wenn er noch im Fahrzeug ein Monatsticket kauft oder ein Abo abschließt.

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