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Netflix Die teuersten Abenteuer des Streaming-Königs

Netflix schenkte der Welt nicht nur neue Beschäftigungen wie Binge-Watching. Der Streaming-Dienst setzte auch Maßstäbe bei Ausstattung, Dramaturgie und bei den Kosten von Serien. Ein Überblick.

Daredevil / Jessica Jones / Luke Cage – 40 Millionen Dollar pro StaffelGut 400 Millionen Dollar Budget soll Netflix für Serien über die Superhelden des Marvel-Imperiums bereitgestellt haben. Dafür gab es gleich sechs Serien mit bislang einem Dutzend Staffeln. Als teuerste gelten „Daredevil“, „Jessica Jones“ und „Luke Cage“. Sie kamen mit jeweils 40 Millionen Dollar pro Staffel auf bis zu 3,5 Millionen pro Folge. Am Ende führt allerdings die Schlussfolge der Miniserie „Defenders“ mit acht Millionen den Marvel-Serien-Reigen an. Quelle: Netflix/Patrick Harbron
Hemlock Grove – +40 Millionen pro StaffelDie Geschichte über merkwürdige Vorkommnisse in einer fiktiven Stadt im US-Bundesstaat Pennsylvania bewies vor allem eines: Viel Geld garantiert weder Top-Qualität noch Erfolg. Nach einem pompösen Start mit gut 50 Millionen Dollar Produktionskosten für die erste Staffel regnete es für Online-Pionier Netflix ungewohnt negative Kritiken sowie dem Vernehmen nach mäßige Quoten. Also gab es in der zweiten Staffel nur noch zehn Folgen, was aber für keine bessere Resonanz sorgte. Nach der dritten Staffel war dann Schluss. Quelle: Netflix/Brooke Palmer
Orange Is The New Black – 50 Millionen pro StaffelDie Serie um den Aufenthalt einer bisexuellen Managerin in einem von exzentrischen Charakteren bevölkerten Frauenknast dürfte mit ihrem Erfolg Netflix selbst überrascht haben. Beste Kritiken und mehrere Emmy-Auszeichnungen machen die Serie zu einem Paradebeispiel für den Grundsatz von Netflix, den der Internetdienst „The Verge“ so beschreibt: „Noch wichtiger als Klickzahlen sind Aufmerksamkeit, Aufregung und im Zentrum der kulturellen Diskussion bleiben.“ Quelle: Netflix/Cara Howe
House of Cards – 60 Millionen pro StaffelDie Geschichte um ein machtgeiles Politikerpaar erdachte zwar das britische Staatsfernsehen BBC. Doch sie wurde das Aushängeschild von Netflix. Zuerst weil „House of Cards“ mit Robin Wright und Kevin Spacey Topstars hatte, die alle Vorurteile über Politiker bestätigten. Die Produktionskosten stiegen von 4,5 Millionen Dollar auf zuletzt geschätzte sieben Millionen – pro Folge. Als Spacey nach einem Skandal um sexuelle Belästigung rausflog, zeigte sich aber: Das Publikum verliert nach größeren Veränderungen auch bei eingespielten Serien das Interesse. Quelle: imago images
Altered Carbon – 70 MillionenNichts reizt Filmemacher mehr als ein Stoff, der wegen zu gewagter Inhalte als unverfilmbar galt. Das Science-Fiction-Epos um einen Rebellen, der 250 Jahre nach seinem Tod in einem neuen Körper einen Mord aufklären soll, überraschte mit einem ausgefeilten Szenenbild. Das sorgte für ein Budget, das Hauptdarsteller Joel Kinnaman „größer als die beiden erste Staffeln von Game of Thrones“ nannte. Das wären rund sieben Millionen pro Folge. Quelle: Netflix
Marco Polo – 90 Millionen pro StaffelNetflix-Inhalte-Chef Ted Sanrandos wollte mit der Serie um die Zeit des venezianischen Abenteurers am Hof des sagenhaften Mongolen-Herrschers Kublai Khan Maßstäbe beim Erfolg setzen. Leider fiel die Serie trotz vieler teurer Kulissen und extrem aufwändiger Kostüme beim Publikum durch. Die zweite Staffel bekam sogar noch weniger Aufmerksamkeit. Quelle: Netflix/Phil Bray
Sense8 – 108 Millionen pro StaffelDie ambitionierte Fantasy-Serie über acht telepathisch verbundene Menschen aus aller Welt entstammt der Feder der erfolgreichen Wachowski-Geschwister (u.a. Matrix). Am Ende war der Mix aus Magie, Liebesgeschichte und Action zwar visionär, aber wohl zu vertrackt, um eine große Fangemeinde zu finden. Sie geriet zum finanziellen Flop. „Eine große teure Show für ein großes Publikum ist toll“, so Netflix-Programmchef Ted Sarandos. „Aber für ein kleines Publikum ist das selbst in unserem Modell schwer durchzuhalten.“  Quelle: Netflix/Murray Close
The Get Down– 120 Millionen pro StaffelDas Drama um den Aufstieg von Hip-Hop im New York ist ein Lehrbeispiel dafür, was bei einer Serienproduktion alles schief gehen kann. Star-Regisseur Baz Luhrmann („Romeo & Julia, „Moulin Rouge“ „Der Grosse Gatsby“) legte sich in seinem gefürchteten Perfektionismus mehrfach mit den Produzenten an, wechselte die Autoren und wurde am Ende nicht nur später fertig. Sein Werk wurde auch deutlich teurer. Immerhin verhinderte angeblich die satte Steuergutschrift der Stadt New York, dass „The Get Down“ zur teuerstes Netflix-Serie wurde. Quelle: Netflix
The Crown – gut 130 Millionen pro StaffelWenn es je eine Serie gab, bei der der Aufwand in fast jedem Bild sichtbar war, dann das Drama um die britische Königin Elisabeth II. Gewaltige Kulissen, ein originalgetreuer Neubau des Buckingham Palastes und mindestens 7000 üppige Kostüme, von denen allein das rekonstruierte Hochzeitskleid angeblich fast 40.000 Dollar gekostet hat, sorgten in der ersten Staffel für geschätzte 140 Millionen Dollar Kosten. Immerhin: Dank der Vorarbeiten reichten bei der zweiten Staffel dann 130 Millionen Dollar. Quelle: Netflix, Robert Viglasky
Filme – bis zu 200 MillionenSo groß der Ehrgeiz der Netflix-Chefs Reed Hastings und Ted Sarandos auch bei den Serien ist: Am meisten lassen sie es bei den Filmen krachen. Der Science-Fiction-Reißer Bright um ein irdisch/außerirdisches Polizistenteam kostete gut 90 Millionen Dollar. Und er wurde trotz überwiegend verheerender Kritiken gut geklickt. Offenbar davon angespornt setzt das Führungsduo Hastings/Sarandos nun mit dem Mafiadrama The Irishman einen drauf. Das Projekt in Schlagworten: Regisseur Martin Scorsese, Schauspieler wie Robert de Niro oder Al Pacino und ein Budget von angeblich 200 Millionen. Mehr über Netflix - und die Risiken des Geschäfts mit den Serien lesen Sie hier: Netflix: König im Kartenhaus. Quelle: Netflix/Matt Kennedy
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