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Neuer Air-Berlin-Chef Unerwartete Rückkehr von Stefan Pichler

Stefan Pichler ersetzt ab Februar den aktuellen Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer. Pichler gilt als zupackender Manager für schwierige Fälle. Doch an Air Berlin könnte selbst er scheitern.

Stefan Pichler Quelle: dpa

Wer heute Nachmittag Air-Berlin-Mitarbeiter auf den Chefwechsel ansprach, spürte erstmal wenig Aufbruchsstimmung. „Die gute Nachricht ist, unser Ex-Chef Hartmut Mehdorn kommt nicht zurück“, so ein Manager der Airline. An die Regentschaft des Ex-Bahnchefs hat er keine guten Erinnerungen.

Ansonsten herrscht in der Konzernzentrale von Deutschlands zweitgrößter Fluglinie erstmal Ratlosigkeit. Denn der plötzliche Wechsel von Wolfgang Prock-Schauer zu Stefan Pichler zum 1. Februar kommenden Jahres traf die gut 8000 Mitarbeiter völlig unvorbereitet.

Die Chronik von Air Berlin

Gerade hatte Prock-Schauer intern die ersten Züge seiner Neuausrichtung angekündigt und wollte seine Pläne in den kommenden Wochen vorstellen. Trotzdem berief sein Verwaltungsrat um den Großaktionär Etihad Pichler zum neuen Air-Berlin-Chef. Prock-Schauer sinkt am 1. Februar zum Chefstrategen des Unternehmens herab und muss seinen Vorstandssitz aufgeben.

Einer der auffälligsten Manager der Flugbranche

Pichler gehört zu den auffälligsten Managern der Flugbranche. Doch für den Job in Berlin hatte ihn wohl keiner mehr auf der Liste. Zwar fiel der Name des 56-Jährigen immer wieder, nicht zuletzt weil er sich immer auch im Gespräch hielt. Doch am Ende wurde da nichts daraus.

Die besten Billigflieger der Welt
Platz 10: ScootDie Billigtochter der renommierten Singapore Airlines gibt es erst seit 2011. Die Fluggesellschaft reagierte damit auf die Starke Konkurrenz im Tiefpreissegment. Offenbar höchst erfolgreich. Scoot schafft es unter die Top Ten im Skytrax-Ranking der besten Billigflieger der Welt. Scoot bedient von Singapur aus zahlreiche Ziele in Ostasien und Australien wie etwa Bangkok, Nanjing, Seoul, Sydney, Taipei und Tokyo. Quelle: Screenshot
Platz 9: Jetstar AsiaDer 2004 gegründete Billigflieger ist eine Tochter der gleichnamigen australischen Fluggesellschaft. Jetstar Asia ist zu 49 Prozent in Besitz der australischen Qantas Airways. Wie auch Scoot fliegt Jetstar Asia seine Ziele von Singapur aus an. Derzeit gibt es über 20 Destinationen in Ostasien und zehn weitere in Australien, sowie Städte in Neuseeland und auf Hawaii.
Platz 8: Virgin America Ebenfalls im Jahr 2004 gründete die US-amerikanische Virgin Group einen Billigableger. Allerdings gingen die ersten Jets nach diversen Finanzierungschwierigkeiten erst 2007 an den Start. Heute verbindet Virgin America ein gutes Dutzend amerikanische Großstädte an der Ost- und Westküste miteinander. Quelle: AP
Platz 7: WestjetDie Kanadier stiegen schon 1995 ins Geschäft mit den günstigen Fluglinien nach Vorbild der Southwest Airlines ein. Mit einer Flotte von über 100 Flugzeugen und knapp 8000 Mitarbeitern lässt Chef Gregg Saretsky von Calgary und Toronto aus vor allem innerkanadische Ziele anfliegen. Einige Destinationen führen auch in die USA wie Phoenix, Las Vegas oder Honolulu aber auch nach Mexiko und auf die Cayman Inseln. Quelle: REUTERS
Platz 6: EasyjetDer britische Billigflieger ist nach Ryanair die zweitgrößte europäischen Billigfluggesellschaft und unterhält 22 Basen in ganz Europa. Von dort aus fliegt die Airline mehrere hundert Routen in Europa, nach Nordafrika, aber auch in die Türkei, Jordanien und Israel. Die Flotte umfasst mehr als 230 Flugzeuge. Mehr als 8000 Menschen arbeiten für Europas umsatzstärksten Billigflieger. Quelle: dpa
Platz 5: Indigo (Indien)Low Cost in Indien, das klang für Vielflieger lange Zeit nach einer argen Geduldsprobe. Schließlich waren selbst die vermeintlichen Top-Linien des Landes Air India oder Kingfisher lange Zeit für ihre Zumutungen am Kunden gefürchtet. Doch Indigo erreicht mit seiner Masche „karg aber solide“ praktisch überall westlichen Low-Cost-Standard. Zudem überzeugt die Line mit - zumindest für indische Verhältnisse – hoher Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Bei Marktforschern gilt sie deshalb als eine der besten Billiglinie Asiens. Das honorieren die Kunden. Sie folgten dem versteckten Aufruf Indi-Go (Frei übersetzt: „Indien, beweg dich“) und machten das Unternehmen zur einzigen profitablen Linie des Riesenlandes. Mit knapp 80 Jets fliegt Indigo aktuell 36 Ziele an, darunter Bombay, Kalkutta, Chennai. Quelle: Screenshot
Platz 4: Jetstar (Australien)Als der australische Marktführer Qantas seine Billigtochter gründete, sollte Jetstar eigentlich nur die anderen Flugdiscounter des fünften Kontinents im Schach halten. Die Mutter wollte sich ungestört auf die profitable Langstrecke konzentrieren können. Doch als der Siegeszug der Fluglinien vom Golf Qantas in die roten Zahlen trieb, wurde der einst ungeliebte Ableger plötzlich zum Retter der Gruppe. Dank der Erfahrung mit den langen Strecken im riesigen Heimatland traute sich Jetstar schließlich auch auf Langstrecken in Richtung Asien - siehe Jetstar Asia auf Rang 9. Quelle: dpa

„Ich wurde drauf angesprochen“, erklärte er Ende 2013 in einem Interview auf der führenden Flugwebsite airliners.de. „Aber ich glaube nicht mehr, dass ich in diese deutsche Welt hineingepasst hätte. Dazu ist mir das Europa mittlerweile ein bisschen zu eng, und ich bin wahrscheinlich den deutschen Konzernsoldaten aufgrund meiner persönlichen Unabhängigkeit etwas suspekt.“

Stattdessen schien sich der passionierte Marathon-Läufer arrangiert zu haben mit seinem Abschied aus Europa - nicht zuletzt dank seines Traumjobs als Chef der nationalen Fluglinie der Fidschi-Inseln.

Doch wer Pichler näher kennt, konnte sich ihn kaum als beschaulichen Frührentner vorstellen. Sicher, er fiel zuletzt mit Fotos im offenen Hemdkragen und vor traumhaften Hintergründen auf. Doch wer diese Bilder und erst recht das erste offizielle Foto von Air Berlin genau ansieht, entdeckt unter der Bräune immer noch den alten Kämpfer.

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