Neujahr Diese Apps profitieren von guten Vorsätzen

Mit dem Rauchen aufhören, abnehmen und mehr Sport treiben - das sind die Klassiker unter den guten Vorsätzen fürs neue Jahr. Welche Branchen von der Motivation zum Jahresbeginn profitieren.

Viele Menschen nehmen sich für das neue Jahr vor, Neues auszuprobieren. Zum Beispiel eine Sprache lernen. Die Sprachlern-App "Babbel" erzielt nach eigenen Angaben im Januar einen drei Mal höheren Umsatz mit Abo-Verkäufen als in einem durchschnittlichen Monat. Was dem 2007 gegründeten Berliner Unternehmen dabei zugute kommt: Im Januar kann Babbel besonders günstig für sich werben – und sich die teuren Werbeplätze im Dezember sparen: Kurz vor Weihnachten haben ohnehin die wenigsten Zeit oder Lust, eine neue Sprache zu lernen.
Geld sparen ist ein beliebter Neujahrsvorsatz. Das geht am besten, wenn man seine Ein- und Ausgaben immer im Blick hat und unnötige Kosten vermeidet. Dabei helfen digitale Haushaltsbücher, Apps, die auf Sonderangebote hinweisen oder Anbieter, die auslaufende Abos automatisch rechtzeitig kündigen. Auch diese Sparhelfer profitieren von guten Vorsätzen, etwa das digitale Haushaltsbuch "MoneyControl": "Downloads und Umsätze sind im Januar etwa doppelt so stark wie in einem Durchschnittsmonat", sagt Geschäftsführer Stefan Dörhöfer. Und auch beim Anbieter Aboalarm ist der Januar der stärkste Monat, wie ein Sprecher bestätigt: "Im Januar kündigen viele Nutzer mit unserer Hilfe ihre alten Handyverträge, weil sie zu Weihnachten ein neues Handy bekommen haben." Quelle: dpa
Zum neuen Jahr wünschen sich viele Menschen einen Tapetenwechsel. Die Möbel umstellen, neue Bilder aufhängen oder gleich umziehen? Auch dieser Veränderungsdrang zum Jahresbeginn wurde längst digitalisiert. Zum Beispiel von der App "Roomle", mit der Nutzer ihre eigenen vier Wände virtuell neu gestalten und einrichten können. In den ersten Tagen nach Silvester verzeichnet die Raumplaner-App aus Österreich nach eigenen Angaben einen Anstieg von 40 Prozent an Neuabschlüssen im Vergleich zum Jahresschnitt. Quelle: obs
Weniger Stress ist ein Evergreen unter den Neujahrsvorsätzen. Während für manche das Smartphone Stressfaktor Nummer 1 ist, nutzen andere es zur Umsetzung ihres Vorhabens. "Im Januar haben wir deutlich höhere Downloadzahlen zu vermerken, was mit der inneren Einkehr über die Feiertage und den Neujahrsvorsätzen zusammenhängt", sagt eine Sprecherin von "7Mind" – einer App, mit der Nutzer meditieren lernen können. Das Berliner Start-up verspricht besseren Schlaf, Stressbewältigung und sogar glücklichere Beziehungen. Einen anderen Ansatz verfolgt die App "SleepCycle": Sie analysiert den Schlaf ihrer Nutzer und weckt sie in ihrer leichtesten Schlafphase auf. So soll angeblich selbst Langschläfern das Aufstehen am Morgen leichter fallen.    Quelle: dpa
Öfter selbst kochen, mehr Gemüse und weniger Fast Food essen, ein paar Pfunde abnehmen – die Diätindustrie lebt von diesen Neujahrsvorsätzen. Diät-Apps wie "Ernährung Pro" oder "Lifesum" helfen beim Kalorienzählen, zahlreiche Superfood-Anbieter bieten eiweißreiche, kohlenhydratarme Rezepte und Diätpläne. Der Online-Shop Foodspring rechnet damit, dass sich sein Umsatz im Vergleich zum Vormonat vervierfachen wird. Besonders gut laufen Lebensmittel, die Fitnessfreaks unterstützen, zum Beispiel "cleanes Proteinbrot" oder Soja-Porridge. Quelle: dpa
Wenn sich an Silvester um Mitternacht alle Pärchen um den Hals fallen, fasst so mancher Single den Entschluss, endlich auch mal wieder jemanden kennenzulernen und sich neu zu verlieben. Deshalb greifen viele zum Smartphone und installieren Flirt-Apps wie "Tinder" oder "Lovoo". Ein Sprecher von Lovoo bestätigt: "Bereits direkt nach den Weihnachtsfeiertagen nehmen bei uns alle Aktivitäten signifikant zu: Es gibt mehr Matches, es werden mehr Nachrichten geschrieben - und vor allem gibt es deutlich mehr Neu-Registrierungen." Dieser Trend halte meist bis März an und erreiche rund um den Valentinstag einen weiteren Höhepunkt. Quelle: dpa
"Dieses Jahr höre ich mit dem Rauchen auf!" Selbstverständlich gibt es auch für diesen Neujahrsvorsatz Apps: "Rauchfrei Pro" rechnet vor, wie vielen Zigaretten der Nutzer bereits widerstanden und wie viel Geld er dadurch gespart hat, bei "QuitNow!" kann man diese Erfolgsmeldungen mit Leidensgenossen teilen. Um schlechte Angewohnheiten durch gute zu ersetzen, hilft die App "Habitlist". Hier können Nutzer Ziele wie "8 Gläser Wasser pro Tag trinken" definieren und ihre tägliche Erfolgsrate messen. Die Online-Community Nichtraucherhelden, die Nutzern verspricht, sie innerhalb von zehn Tagen vom Tabak zu entwöhnen, vermeldet für die ersten Januartage bereits besonders hohe Downloadzahlen. Quelle: dpa
Zuletzt der Klassiker unter den Neujahrsvorsätzen: mehr Sport. Vom alljährlichen Bewegungsdrang zum Jahresbeginn profitiert die Fitnessbranche bereits seit Jahren. Nach Angaben des deutschen Industrieverbands Fitness und Gesundheit verzeichnen Fitnessstudios jedes Jahr zu Jahresbeginn einen Zuwachs an Mitgliedsanträgen. Wer aufs Gedränge in der Umkleide verzichten will, greift zum Smartphone: Fitness-Apps locken mit günstigen Einstiegsangeboten für ihre monatlichen Trainingspläne. Das Münchner Fitness-Start-up Freeletics etwa bietet zum Jahresstart 30 Prozent auf alle Abos. Auch der österreichische Konkurrent Runtastic berichtet von besonders hohen Downloadzahlen zum Jahresbeginn. Quelle: obs
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