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NGOs Wie Angreifer Foul spielen

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Private Krankenversicherung

Streichpotenzial der Krankenkassen
Karten von Krankenversicherungen Quelle: AP
Ein Mund Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com
Bonusheft Quelle: dpa
Gymnastik Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com
Akupunktur Quelle: gms
Eine Impfdosis des Mittels Pandemrix gegen Schweinegrippe Quelle: dpa
Geschientes Bein Quelle: Peter Atkins - Fotolia.com

Repräsentativ ist eine Stichprobe, das lernt der Soziologie- und Ökonomiestudent im ersten Semester, wenn die Untersuchungsobjekte zufällig ausgewählt sind und in ihren Eigenschaften denen der Grundgesamtheit entsprechen.

Nichts davon galt für jene 144 Kunden der Privaten Krankenversicherung (PKV), auf die der Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) seinen Frontalangriff auf die Branche im März 2012 stützte. Denn die Auserwählten waren ausschließlich Versicherte, die sich beschwerten. Sie hatten sich bei den Verbraucherzentralen gemeldet, weil der Beitrag in ihrem Tarif erhöht wurde. Trotzdem trompetete der vzbv, er habe "in einer bundesweiten Aktion" Beweise für generelle Prämienerhöhungen gesammelt – mit 144 von neun Millionen Versicherten, mithin 0,0016 Prozent.

Dienstleister



Propaganda mit Steuergeld

Zwar erkannte auch der vzbv, dass es sich um eine "nicht repräsentative Stichprobe" handelte. Das hinderte ihn aber nicht, die 144 Fälle als Beleg für eine "Beitragserhöhungswelle" zu werten. Zumal die Unternehmen ihren Kunden Beiträge zumuteten, "die diese nach eigenen Aussagen im Ruhestand auf keinen Fall mehr zahlen könnten". Merke: "Erhöhungswelle" ist, wenn einige Kunden meinen, es werde zu teuer.

Eine gründliche, neutrale Prüfung sieht anders aus, die Wahrheit auch. Der durchschnittliche Beitragsanstieg der PKV für 2012 lag bei rund zwei Prozent, in fast der Hälfte der Tarife änderte sich gar nichts. Die Vereinigung der Versicherungsmathematiker ermittelte, dass die Beiträge in der PKV seit 1997 nur um 0,2 Prozentpunkte stärker gestiegen waren als bei gesetzlichen Kassen.

Der vzbv bekommt für seine Arbeit 15,62 Millionen Euro Steuergeld – fast 94 Prozent seines gesamten Etats.

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