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Nürburgring Rätselraten um Bernie Ecclestone

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone muss sich ab Ende April wegen Bestechung vor dem Landgericht München verantworten, trotzdem betteln die Nürburgring-Insolvenzverwalter um ein Angebot des Briten.  Ecclestone aber lässt sie abblitzen – und die Verkäufer stehen vor einem Dilemma.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone muss sich ab Ende April vor dem Landgericht München verantworten. Quelle: dpa

Kaum ein Rätsel der Formel 1 ist so klein und doch so groß wie Bernie Ecclestone. Nur 159 Zentimeter misst der Brite, wichtigster wie auch undurchsichtigster Akteur im weltweiten Motorsport-Wanderzirkus. Für überraschende Volten und eigenwillige Entscheidungen ist Ecclestone immer gut, selbst langjährige Weggefährten tun sich nicht selten schwer, den seit Jahrzehnten amtierenden Chefvermarkter der Rennserie  einzuschätzen. „Das ist eben Bernie“, lautet ein oft benutzter und meist mit leidvollem Unterton versehener Satz in Motorsportkreisen.

Die Nürburgring-Insolvenzverwalter Jens Lieser (Koblenz) und Thomas Schmidt (Trier) zerbrechen sich momentan ebenfalls den Kopf über Ecclestone. Das Duo steht bei der Suche nach einem Käufer für die Rennstrecken samt angeschlossenem Pleite-Freizeitpark mit dem Rücken zur Wand, Lieser und Schmidt hatten mangels zuschlagsfähiger Angebote sogar die Bietfrist verlängert. Dennoch sieht es bisher mit Angeboten mau aus, und auch die neue Frist läuft auch nur noch rund eine Woche. Die große Hoffnung der Insolvenzverwalter ist, dass Bernie Ecclestone doch noch ein gut dotiertes Angebot abgibt.

Ecclestone: Interesse ja, Angebot nein

Interesse hat Ecclestone bekundet, im Januar gab er WirtschaftsWoche und Handelsblatt ein Interview „Wir haben ein Angebot gemacht, und nun warten wir, ob es akzeptiert wird“, sagte Ecclestone damals. Nur: Ein verbindliches Angebot von Ecclestone gibt es nach Informationen der WirtschaftsWoche bisher nicht. Lieser und Schmidt buhlen mit ihrem Team nun eifrig um Ecclestone, der jedoch lässt sie links liegen – was die Insolvenzverwalter vor ein Dilemma stellt.

Mithilfe der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG suchen Lieser/Schmidt einen Käufer und haben einen so genannten Datenraum eingerichtet. Darin dürfen ausgewählte Bieter vertrauliche Geschäftsunterlagen der weitgehend landeseigenen Nürburgring GmbH inspizieren. Nach Informationen von Nürburgring-Mitarbeitern hat Ecclestone seit Januar Zugriff auf den Datenraum. Anscheinend gehörte der Brite zunächst nicht zu den fünf Bietern, die Ende des vergangenen Jahres für Datenraum zugelassen worden waren – ihm wurde offenbar exklusiv ein nachträglicher Zugang bereitgestellt. So berichtet es jedenfalls ein Nürburgring-Mitarbeiter.

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