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Oliver Rohrbeck "Wir wollen das Ding nicht überdrehen"

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"Eine gewachsene und stabile Marke"

Die größten Mediendeals
Washington PostAmazon-Gründer Jeff Bezos kauft das Traditionsblatt Washington Post. 250 Millionen Dollar bezahlt er für die Tageszeitung. Der Chef des Washington-Post-Konzerns, Donald Graham, entschloss sich nach eigenen Worten Anfang des Jahres zu einem Verkauf, um der Zeitung die Chance zu einem Neustart zu geben. Daraufhin habe die Investmentbank Allen & Co rund ein Dutzend mögliche Interessenten angesprochen - darunter Bezos, der zunächst nicht als wahrscheinlichen Käufer galt. "Ich nannte einen Preis und Jeff war einverstanden." Die "Post" befand sich seit 80 Jahren im Besitz der Familie Graham und ist eine der einflussreichsten Zeitungen in den USA. In den 1970er Jahren enthüllte sie unter der Herausgeberin Katherine Graham den Watergate-Skandal, der zum Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon 1974 führte. Quelle: dpa
Springer-Funke-DealDer Axel Springer Verlag verkauft Ende Juli 2013 die Berliner Morgenpost, das Hamburger Abendblatt und eine Reihe von TV- und Frauen-Zeitschriften, darunter Bild der Frau, Funk Uhr und Hörzu an German publisher Axel Springer an die Funke Mediengruppe - ehemals WAZ-Gruppe. Funke bezahlt 920 Millionen Euro für die Titel. Springer setzt damit seine Strategie, das führende digitale Medienunternehmen zu werden, konsequent um. Man wolle sich noch stärker auf die Kernmarken Welt- und Bild-Gruppe mit den dazugehörigen Zeitschriftenmarken Auto-Bild, Computer-Bild und Sport-Bild konzentrieren. Außerdem will Springer die Online-Rubrikenmärkte und digitalen Vermarktungsplattformen weiter ausbauen. Quelle: REUTERS
Boston GlobeBoston-Red-Sox und FC-Liverpool-Eigentümer John Henry kauft Anfang August 2013 für 70 Millionen Dollar den „Boston Globe“. Die Traditionszeitung erschien bisher im Verlag der New York Times. Die Gruppe hat in den vergangenen Monaten bereits Beteiligungen an mehreren anderen Lokalzeitungen abgestoßen, um sich auf ihre Kernmarke zu konzentrieren. Quelle: dpa
NewsweekDas Newsweek-Magazin war einmal eines der einflussreichsten Nachrichtenblätter der USA. Anfang August 2013 kaufte das Online-Verlagshaus IBT Media den Titel von IAC. Die Marke soll überleben, allerdings nur im Internet. Die letzte Printausgabe war bereits im Dezember 2012 erschienen. Ursprünglich gehörte das Magazin zur Washington-Post-Gruppe. 2010 übernahm der kalifornische Milliardär Sidney Harman das Magazin für den symbolischen Preis von einem Dollar. Newsweek hat zu diesem Zeitpunkt bereits rund 30 Millionen Euro Schulden. Unter Harman verschmolz die Online-Ausgabe der Newsweek mit dem Nachrichtenportal "The Daily Beast" der IAC. Quelle: dpa
Frankfurter RundschauDie Qualitätszeitung aus dem DuMont-Verlag meldet am 12. November 2012 Insolvenz an. Das Blatt hat Verluste in Höhe von 16 Millionen Euro eingefahren. Ende Februar 2013 stimmt das Bundeskartellamt einer Übernahme durch neue Gesellschafter zu. Ab 1. März erscheint die FR in der unabhängigen Verlags- und Redaktionsgesellschaft „Frankfurter Rundschau GmbH“ . Gesellschafter sind mit 55 Prozent der Anteile die Frankfurter Societät GmbH, mit 35 Prozent der Verlag dieser Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, und mit zehn Prozent die Karl Gerold Stiftung. Quelle: dpa
Ein ZeitungsimperiumWarren Buffett - der drittreichste Mann der Welt kauft seit Ende 2011 gezielt US-Zeitungen auf, vornehmlich Regionalzeitungen ohne Wettbewerber. 28 Tageszeitungen hat er seitdem für die Mediensparte seines Konzerns Berkshire Hathaway erworben. Im Schnitt hat er nur zwölf Millionen pro Marke ausgegeben. Fast siebzig Zeitungen gehören zu Buffetts Reich. Berkshire Hathaway hat schon immer in Tageszeitungen investiert und ist als größter Einzelaktionär der Washington Post Mediengruppe auch an der Washington Post beteiligt. Quelle: AP

Zahlen Sie als Lauscherlounge dafür eine Lizenz an Sony oder an Europa?

Nein , das ist eher eine Fanveranstaltung und nicht etwas, was nun extremen Gewinn abwirft. Bei den Fans ist das sehr beliebt und Sony weiß das zu schätzen. Klar ist: Diese Veranstaltungen müssen sich selber tragen, niemand möchte draufzahlen. Aber es ist kein echtes eigenständiges Geschäftsmodell, dafür reicht das allein nicht aus. Wenn ich jetzt noch etwas an Sony abführen müsste, müsste ich die Eintrittspreise erhöhen und keiner der Beteiligten ist daran interessiert, dass es plötzlich in Fankreisen heißt, alles, was mit „drei ???“ zu tun hat, werde nun plötzlich teuer. Wir bemühen uns alle, den Fans zu signalisieren, dass solche Veranstaltungen wirklich für sie gedacht sind.

Kommen die Fans wegen den „drei ???“ oder wegen den drei Sprechern?

Es ist sicher eine Mischung aus beidem. Wir geben nun mal einer Sache, die eigentlich nur im Kopf der Zuhörer und Leser stattfindet, ein Gesicht und einen Ort. Aber ich glaube nicht, dass die Zuhörer sich unsere Gesichter vorstellen, wenn sie daheim ihre Kassette anhören. Justus sieht sicher nicht so aus wie ich, der hat wahrscheinlich so viele Gesichter wie Fans. Wir sind eher der Verbindungsbogen, das, was die Marke für sie greifbar macht. Es kommt noch etwas hinzu: Wir werden alle gemeinsam älter. Wir drei Sprecher machen das jetzt seit mehr als 30 Jahren, und die Menschen hören das ebenso lange. Das verbindet uns. Die Marke dagegen wird nicht wirklich älter – es bleibt ja ganz bewusst immer im ungefähren, wann die Geschichten spielen. „Die drei ???“ spielen in ihrem eigenen zeitlosen Kosmos.

Seit bald 35 Jahren spricht Oliver Rohrbeck den Junior-Detektiv Justus Jonas im Hörspiel-Klassiker „Die drei ???“. Quelle: dpa

Die Zuhörer klinken sich aus…

…genau, unsere Stimmen holen die Menschen raus aus ihrem Stress-Alltag. Die sagen sich abends: Im Job hatte ich Stress, die Beziehung ist womöglich gerade anstrengend, da haue ich mich heute mal früher ins Bett, wie früher als Kind, wo mir die Mami noch ein Glas Milch ans Bett gebracht hat, und dann bin ich dabei eingeschlummert. Deshalb sind die „drei ???“ auch so eine gewachsene und stabile Marke. Solange man die Fans nicht nervt oder mit 1.000 Dingen überfällt, bleibt das auch so.

Bei der Präsentation der 165. Hörspielfolge Ende November in Marburg kamen weit mehr als 400 Zuhörer – ist das normal bei Ihren Veranstaltungen? Sind da immer schon Hundertschaften angerückt?

Das war von Anfang an so: Angefangen haben wir 2004 in Hamburg, wo wir das Museumsfrachtschiff „Kap San Diego“ dafür gemietet hatten. Für den Anlass hatten wir extra 50 Sitzsäcke gekauft; die haben wir uns in Berlin aufs Auto geladen und sind damit nach Hamburg gefahren, weil die Leute beim Zuhören unheimlich gern auf dem Boden liegen oder dabei kuscheln. Und da passten damals schon so etwa 350 bis 400 Leute rein. In München oder auch in Bielefeld hatten wir mal 700 Leute. Und es wächst weiter – wir sehen zu, dass wir immer wieder auch in neue Städte gehen. Und wir machen auch Neues: Im Sommer hatten wir drei Rocky Beach Partys unabhängig von einer Neuveröffentlichung – das ist ein bisschen wie Kindergeburtstag: Wir verlosen CDs und T-Shirts, ich mache eine Mitmachthörspiel und wir machen ein „drei ???“-Rätsel. Damit waren wir beispielsweise in einem Strandbad am Essener Baldeneysee – da kamen 1000 Leute, die da bei strömendem Regen im Matsch saßen. Es war kalt und ungemütlich – und die waren trotzdem da.

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