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Online-Optiker Mister Spex geht mit Brillen an die Börse

Mister Spex betreibt ein Kombimodell aus Onlineshop und Filialen mit 39 eigenen Läden in Deutschland. Quelle: imago images

Spätestens bis Ende September zieht es den Berliner Brillenhändler Mister Spex an die Börse. Weiteres Wachstum soll unter anderem die Auslandsexpansion liefern.

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Schon seit Längerem gilt Mister Spex als Börsenkandidat – jetzt hat sich der Online-Optiker auf einen Fahrplan festgelegt: Wie das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin am Montag dieser Woche bekannt gab, soll der Gang aufs Parket bis spätestens Ende September in Frankfurt erfolgen. Dabei strebt das Unternehmen durch die Emission neuer Aktien Erlöse in Höhe von mindestens 225 Millionen Euro an.

Nach Informationen der WirtschaftsWoche aus Investorenkreisen aus der vergangenen Woche will Mister Spex bereits am 2. Juli in Frankfurt am Prime Standard an die Börse gehen; Konsortialbanken sind Berenberg, Jefferies und Barclays. Beim IPO sollen Aktien im Wert zwischen 300 und 400 Millionen Euro ausgegeben werden; die gesamte Unternehmensbewertung soll bei rund einer Milliarde Euro liegen. Auf Anfrage wollte Mister Spex dies nicht kommentieren.

Das vom heutigen Co-Chef Dirk Graber gegründete Unternehmen startete im Jahr 2007 als reiner Online-Brillenhändler. Unter Co-Vorstandschef Mirko Caspar hat Mister Spex sein Geschäftsmodell seit 2016 erweitert: Heute betreibt das Unternehmen ein Kombimodell aus Onlineshop und Filialen mit 39 eigenen Läden in Deutschland. Mit diesem Mix greifen die Berliner unter anderem die Optiker-Filialketten Apollo und Fielmann an.



Die enge Verzahnung von Filialen in hoch frequentierten Fußgängerzonen sowie Shopping-Malls mit dem eigenen Online-Shop soll in den Augen von Graber und Casper die Kundenbindung erhöhen. In seinen Läden präsentiert Mister Spex seinen Kunden rund 1000 Brillenmodelle – nach Form und Farbe sortiert. Mittels QR-Code können Interessenten dann in weiteren Angeboten im Mister-Spex-Webshop auf ihren Smartphones stöbern.

Mister Spex legt Fokus auf Deutschland, Österreich und Schweden

Künftiges Wachstum verspricht sich Mister Spex von der Expansion ins Ausland: So haben die Berliner erst im April zwei Läden in Stockholm sowie einen weiteren in Wien eröffnet. „Das ist ein wichtiger Schritt in unserer Internationalisierungsstrategie“, sagte Caspar kürzlich in einem Interview. Schon heute verkaufen die Berliner online auch in Ländern wie Frankreich, Spanien und den Niederlanden; bereits vor der Eröffnung der Stockholmer Filialen war Schweden wichtigster Auslandsmarkt von Mister Spex.

Abhängig vom Erfolg der ersten drei Auslandsläden wollen die beiden Mister-Spex-Chefs über weitere Filialeröffnungen entscheiden. In weitere Länder zieht es die Berliner einstweilen jedoch nicht. „Deutschland, Österreich und Schweden sind eine gute Plattform für weiteres Wachstum“, so Caspar.

Laut Handelsregister steigerte Mister Spex seinen Umsatz im Jahr 2020 um knapp 21 Prozent auf 144,6 Millionen Euro und erzielte einen Jahresfehlbetrag in Höhe von sieben Millionen Euro. In diesem Jahr rechnet das Management mit einem Umsatzwachstum im moderaten zweistelligen Prozentbereich; ferner soll sich das adjustierte Ergebnis gegenüber 2020 verbessern. Im Zuge der Vorbereitungen zu seinem Börsengang wechselte das Unternehmen überdies erst kürzlich seine Rechtsform von der AG in eine SE.

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Zu den Investoren von Mister Spex zählen unter anderem der Technologieinvestor Scottish Equity Partners, eine Tochter der Investmentbank Goldman Sachs sowie der Hamburger Immobilienunternehmer Albert Büll. Unter Führung des heute 83-Jährigen hatte das Unternehmen im Jahr 2019 in der bisher letzten und größten Finanzierungsrunde 65 Millionen Euro erhalten; eine zweite Tranche in Höhe von 15 Millionen Euro floss Anfang 2020.

Mehr zum Thema: Auch ein anderes deutsches Unternehmen ist momentan dabei seinen Börsengang vorzubereiten: die trendige Onlinemodeplattform About You. Leider werden Privatanleger von der Zeichnung ausgeschlossen. Sie können erst kaufen, wenn der Börsenhandel startet – sollten das aber nicht zu jedem Preis.

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