Online-Vermittler Pizza.de und Lieferheld ärgern Bringdienste

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Massiv unter Druck

Wer am meisten Kasse macht
Platz 20: Metro Group (Konzerngastronomie) Quelle: Presse
Roland Kuffler Quelle: dpa Picture-Alliance/Schellneg
Screenshot Marché Quelle: Screenshot
Deutsche Bahn Quelle: Creative Commons-Lizenz
Joey’s Pizza Service Quelle: Presse
Starbucks Quelle: REUTERS
LeBuffet Restaurant & Café Quelle: Presse

Das Problem der Bringdienste: Wegen der großen Konkurrenz können sie die höheren Provisionen kaum an ihre Kunden weitergeben." Als wir neulich um ein paar Cents aufgeschlagen haben, gingen uns sofort Aufträge verloren", berichtet ein Pizzabäcker aus Düsseldorf. In seiner Stadt kämpfen rund 200 Fastfood-Lieferanten um Marktanteile. Bundesweit sind es weit mehr als 15.000, schätzen Branchenkenner. Die meisten davon sind Einzelunternehmer.
"Wir sind nicht organisiert, deswegen können wir uns nicht wehren", sagt ein Dönerverkäufer aus Köln. "Würden wir uns in einem Verband zusammentun, hätten wir eine bessere Verhandlungsposition." Was der Dönermann meint, zeigen große Pizza-Ketten wie Joey’s. Der Hamburger Franchiser hat bundesweit mehr als 200 Filialen. Die Größe zahlt sich aus: "Joey's zahlt nur ein Viertel der üblichen Provision", berichtet der Chef eines großen Online-Vermittlers, der anonym bleiben will.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken


Lieferheld muss 80 Millionen Euro einspielen
Ein mächtiger Verbund von kleinen Anbietern könnte den drei großen Pizza-Portalen das Leben schwer machen. Vor allem die Rivalen Lieferando und Lieferheld stehen nach den millionenschweren Investitionen der vergangenen Jahre selbst massiv unter Druck.
"Wir haben seit der Gründung etwa 80 Millionen Euro investiert. Bis 2016 wollen wir dieses Geld wieder eingespielt haben", sagt Lieferheld-Chef Niklas Östberg. Um das Ziel zu erreichen, müsste das weltweit tätige Unternehmen jedes Jahr fast 30 Millionen Euro Gewinn machen. 2013 rechnet Östberg aber gerade mal mit 40 Millionen Euro Umsatz und einer schwarzen Null. Der Geschäftsführer glaubt trotzdem an sein Ziel. Er setzt schlicht auf ein gigantisches Wachstum: Allein in Deutschland gewinne das Unternehmen derzeit 100.000 Neukunden im Monat.

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Die Vermittler glauben an das riesige Potenzial. Denn noch immer würden die meisten Kunden telefonisch ordern. "Vier von fünf Bestellungen kommen über das Telefon", schätzt Christoph Gerber von Lieferando. Eines Tages werde aber knapp die Hälfte des Geschäfts im Internet laufen.
Genau das wollen die Bringdienste verhindern. Um den immer höheren Provisionen zu entgehen, versuchen sie mit Gratisgetränken und Rabattgutscheinen, die im Netz gewonnenen Neukunden zurück ans Telefon zu bringen. Allein der Erfolg hält sich in Grenzen. "Ich habe 60.000 Flyer verteilt. Wenn es gut lief, riefen die Leute einmal an", erzählt der Kölner Dönerverkäufer. "Danach bestellten sie wieder online."

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