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Paketdienste DPD kündigt höhere Paketpreise zu Weihnachten an

DPD will im Weihnachtsgeschäft einen Peak-Zuschlag erheben. Quelle: imago images

Es ist nur logisch: Höhere Nachfrage, höhere Preise. Da sollen auch Paketauslieferungen keine Ausnahme mehr sein. Rund ums Weihnachtsgeschäft rechnet DPDs COO Thomas Ohnhaus mit Preiserhöhungen.

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4000 zusätzliche Arbeitskräfte für das Weihnachtsgeschäft – das kostet. Deswegen will der Paketdienstleister DPD im Weihnachtsgeschäft in November und Dezember einen Peak-Zuschlag nehmen. Das kündigte der COO von DPD, Thomas Ohnhaus, in einem Interview mit dem Magazin „e-Tailment“ an.

Ob und wie weit die Kunden das zu spüren bekommen, bleibt offen. Denn die Zuschläge werden den gewerblichen Kunden von DPD berechnet, nicht Privatpersonen. DPD reagiert damit auf eine Entwicklung, die in den vergangenen Jahren sichtbar wurde und sich fortsetzen wird: Immer mehr Menschen bestellen besonders in der Weihnachtszeit online. Einzelne Faktoren wie Amazons „Cyber Monday“ sorgen zusätzlich in diesem Zeitraum für ein Plus an Bestellungen.

Ohnhaus ist zwar optimistisch, auf lange Sicht die Probleme mit Lieferengpässen lösen zu können – nicht jedoch zum Preis von heute: „Wir können vieles möglich machen, aber angesichts der enormen Herausforderungen in der gesamten Paketbranche steigen die Kosten dafür enorm an. Die gesamte E-Commerce-Branche wird sich daher perspektivisch auf stark steigende Preise einstellen müssen.“ Hermes hatte schon Ende 2017 Preiserhöhungen im Weihnachtsgeschäft 2018 angekündigt.

DPD deckt im Endkundenmarkt in Deutschland etwa sieben Prozent der gesamten Menge an Sendungen ab. Dennoch sind die Probleme und Sorgen, die DPDs Mitarbeiter im Alltag begegnen, für alle Auslieferer gleich. Viele davon entziehen sich auch dem Einfluss der Dienstleister. So können Pakete, die in kleinen Geschäften abgeholt werden sollen, dort auch nur während deren Öffnungszeiten abgestellt werden. „Beispiel Fußgängerzone: Dort würden wir liebend gerne früh morgens zustellen, in der Praxis ist das aber oft erst möglich, wenn die Läden fürs Publikum öffnen – was bei der Gestaltung von Lieferzeitfenstern in der Fußgängerzone übrigens viel zu selten berücksichtigt wird“, sagt Ohnhaus im Interview mit e-Tailment.

Die parkenden Auslieferungsfahrzeuge, die in Städten den Verkehr behindern, sind ebenfalls kein Thema, das nur DPD beschäftigt. Entsprechend sind Ohnhaus' Einschätzungen in vielen Punkten auch für die ganze Branche stellvertretend.

Mit einer Aussendung per Drohne rechnet er in naher Zukunft nicht flächendeckend: „Aber in einigen Fällen – zum Beispiel bei eiligen Lieferungen an besonders abgelegene Zustellorte – ist das durchaus sehr sinnvoll.“

Die Paketlieferdienste arbeiten an anderen Wegen, die Lage zu entzerren. Nicht jeder Kunde braucht sein Paket tatsächlich am gleichen Tag, andere vielleicht unbedingt in der nächsten Stunde. Kundenwünsche und Logistik übereinander zu bekommen, wird die Herausforderung sein. Kunden könnten zum Beispiel sparen, wenn das Paket auch mal zwei oder drei Tage länger unterwegs sein dürfe.

Auch der Kunde, so Ohnhaus, werde sich wohl umgewöhnen müssen: „Die Rolle der Haustür als klassischem Zustellort wird so nicht zu halten sein.“

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