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Pannenhilfe Der ADAC wird zum Schlüsseldienst

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ADAC plant einen Schlüsseldienst ins Angebot aufzunehmen Quelle: dpa

Die „gelben Engel“ sollen bald auch ADAC-Mitgliedern helfen, die sich ausgesperrt haben. Hinter dem Pilotprojekt in München steckt eine neue Strategie.

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Die Pannenhelfer von Europas größtem Automobilclub ADAC (über 20 Millionen Mitglieder) sollen in Zukunft nicht nur liegengebliebene Autos abschleppen, sondern auch Haustüren öffnen. Der ADAC steigt ab kommenden Montag (28. Januar) in das Schlüsselnotdienst-Geschäft ein. An diesem Tag startet ein entsprechendes Pilotprojekt im Stadtgebiet München.

Mitglieder, die sich zu Hause ausgesperrt, den Haustürschlüssel verlegt oder verloren haben, können rund um die Uhr die „gelben Engel“ zur Hilfe rufen. Der ADAC will gegenüber anderen Schlüsseldiensten mit festen Preisen punkten. Unseriöse Anbieter nutzen die Notsituation von Ausgesperrten häufig aus und verlangen Mondpreise, bar auf die Hand. Rechnungen werden ungern ausgestellt. Eine zugefallene Haustür etwa will der ADAC für 99 Euro aufsperren – gezahlt wird auf Rechnung, im Nachhinein.

Für den Service hat der ADAC Pannenhelfer weitergebildet, außerdem kooperiert der Club mit lokalen Schlüsselnotdiensten. Das Pilotprojekt soll zunächst ein halbes Jahr dauern. Danach will der ADAC entscheiden, ob die Schlüssel-Not-Versicherung nur Mitgliedern vorbehalten bleibt – und ob sie auf andere Städte mit mehr als 500.000 Einwohnern ausgeweitet werden kann.

„Mit unserem neuen Schlüsselnotdienst zeigen wir, dass wir überall für unsere Mitglieder als professioneller Mobilitätshelfer da sind, auch abseits der Straße“, sagt ADAC-Geschäftsführer Oliver Weissenberger.

Das neue Angebot passt in die Strategie des ADAC, nicht nur als Pannenhelfer für Autos wahrgenommen zu werden, sondern als Helfer in der Mobilität allgemein. Der Club hat sich in den vergangenen Jahren verändert: Nach dem Skandal um den Auto-Preis „Gelber Engel“ im Jahr 2014 (Test-Ergebnisse waren manipuliert worden) hatte sich der ADAC 2016 eine neue Struktur gegeben, das sogenannte Drei-Säulen-Modell: Es besteht aus dem Verein, einer Stiftung und der für kommerzielle Aktivitäten zuständigen ADAC SE. Durch die Dreiteilung sollen Vereins- und Geschäftsaktivitäten voneinander abgegrenzt werden.

Die SE, deren Jahresumsatz 2017 rund 1,2 Milliarden Euro betrug, sucht nach neuen Betätigungsfeldern. Bislang ist sie vor allem im Versicherungsgeschäft aktiv. An Versicherungsbeiträgen, etwa für Kfz-, Reise- und Rechtsschutzpolicen, nahm sie 2017 rund 782 Millionen Euro ein. Auch in der Autovermietung ist die ADAC SE tätig. Die Hoffnung in der Münchner ADAC-Zentrale ist, dass nicht nur die SE von neuen Services profitiert: Jedes neue Mitglied sichert dem Verein zusätzliche Beiträge. Der ADAC e.V. nimmt aktuell rund eine Milliarde an Mitgliedsbeiträgen ein.

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