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Paul-Bernhard Kallen Nach mehr als zehn Jahren: Wechsel an der Spitze bei Burda

Der Vorstandsvorsitzende von Hubert Burda Media, Paul-Bernhard Kallen, hört nach mehr als zehn Jahren in der Position auf. Quelle: imago images

Verleger Hubert Burda übergab 2010 die operative Leitung des Medienunternehmens an Paul-Bernhard Kallen. Jetzt zieht sich der 64-Jährige von der Vorstandsspitze zurück, behält aber eine wichtige Funktion.

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Der Vorstandsvorsitzende von Hubert Burda Media, Paul-Bernhard Kallen, hört nach mehr als zehn Jahren in der Position auf. Zum 1. Januar 2022 übergibt der 64-Jährige den Vorsitz des Vorstands an Martin Weiss, wie der Medienkonzern am Donnerstag in Offenburg und München mitteilte. Der 54-Jährige ist seit 2015 für Burda tätig und seit 2017 als Vorstandsmitglied für die internationalen Aktivitäten und das Investmentgeschäft zuständig. Damit rückt ein Manager an die Spitze, der das Unternehmen bereits gut kennt und auch selbst im Unternehmen bekannt ist.

Kallen zieht sich nach mehr als zwei Jahrzehnten zwar aus dem operativen Geschäft für Burda zurück, zugleich bleibt er der Vorsitzende des Verwaltungsrats. Das Gremium vertritt die Interessen der Gesellschafter bei Burda, die Unternehmensgruppe ist zu 100 Prozent im Burda-Familienbesitz. Der Vorstand berichtet an den Verwaltungsrat. In dem Gremium sitzen Verleger Hubert Burda, seine beiden Kinder Elisabeth Furtwängler und Jacob Burda sowie neben Kallen noch Andreas Rittstieg (65), der seinerseits auch den Vorstand verlässt. Er war dort für die Bereiche Recht und Compliance verantwortlich.

Hubert Burda Media hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem immer breiter aufgestellten Konzern entwickelt. Die publizistischen Flaggschiffe sind in Deutschland die Zeitschriften „Bunte“ und „Focus“. Die Mehrheit der Umsätze, die 2020 bei rund 2,8 Milliarden Euro lagen, erwirtschaftete das Unternehmen im Digitalen. Bekannte Plattformen sind das Xing-Berufsnetzwerk und die Urlaubsbuchungsplattform HolidayCheck. Ende 2020 waren in dem Konzern rund 11.000 Mitarbeiter beschäftigt. 2009 hatte der Gesamtumsatz noch bei rund 1,6 Milliarden Euro gelegen.



Kallen kam 1999 in den Burda-Vorstand und übernahm dann die Leitung der Burda-Gruppe Anfang 2010 von Verleger Hubert Burda. Er baute das Unternehmen zu einem europäischen Digital- und Medienunternehmen aus. In Interviews äußerte sich Kallen auch immer wieder zu medienpolitischen Themen, er kritisierte etwa die Marktmacht der großen US-Plattformen und warb für Regulierung in Europa, um Chancengleichheit in dem Wettbewerbsumfeld zu garantieren.

Der Vorstand bei Burda stellt sich nun so auf: Neben Weiss als neuem Vorsitzenden wird die seit 2018 als Personaldirektorin tätige Katharina Herrmann (46) zum 1. Januar 2022 in den Vorstand berufen und ist dort für das neu geschaffene Ressort Personal und Compliance zuständig. Damit soll auch das Thema Personal im Unternehmen aufgewertet werden. Unverändert bleiben Philipp Welte im Vorstand für das nationale Verlagsgeschäft und Holger Eckstein als CFO für den Bereich Finanzen zuständig. Damit verkleinert Burda den Vorstand zu diesem Zeitpunkt von fünf auf vier Mitglieder.

Verleger Hubert Burda sagte: „Paul-Bernhard Kallen und ich waren uns in unserer 26-jährigen Zusammenarbeit immer einig, dass wir unser Familienunternehmen mutig, mit viel Optimismus und Gestaltungswillen in die Zukunft führen wollen, damit wir es in hervorragendem Zustand an die nächste Generation übergeben können. An jedem Tag der vergangenen Jahre konnte ich sicher sein, dass er in diesem Sinne und mit unternehmerischem Instinkt die richtigen Entscheidungen trifft.“

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Kallen betonte: „Ich bin 1996 zu Burda gekommen, weil der Verleger und Unternehmer Hubert Burda von der digitalen Revolution besessen war und sein Unternehmen entsprechend neu ausrichten wollte. Sein Mut zur Innovation, seine Bereitschaft zum Risiko und seine Beharrlichkeit bei Rückschlägen waren mir ein großer Ansporn und haben diese Entwicklung des Unternehmens ermöglicht.“ Der zukünftige Vorstandsvorsitzende Martin Weiss betonte, dass der Konzern gut aufgestellt in die Zukunft gehe.

Mehr zum Thema: Die 1926 gegründete Lufthansa kämpft mit ausgefeilten Managementrochaden gegen die Trägheit eines Traditionsunternehmens. Alle Probleme hat das noch nicht gelöst.

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