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Paypal-Rivale mit Potenzial Sensationsstart für Adyen

Unternehmen auf Erfolgskurs: Adyen löste Ende Januar PayPal als bevorzugten Bezahldienst von Ebay ab. Quelle: PR

Bei seinem Börsengang hat Adyen einen imposanten Start hingelegt. Spätestens seit der niederländische Bezahldienstleister PayPal im Januar als Ebays Top-Bezahldienst ablöste, ist er ernst zu nehmen.

Die aufsehenerregendste Börsennachricht des Tages kam aus Amsterdam: Dort debütierte der niederländische Bezahldienst Adyen mit einem kräftigen Plus. Die Aktien des niederländischen Zahlungsdienstleisters erschienen in Amsterdam bei 400 Euro erstmals auf den Kurszetteln - und kletterten zeitweise gar über die 500er-Marke.

Das Unternehmen hatte seine Papiere zu jeweils 240 Euro und damit am oberen Ende der Angebotsspanne zugeteilt. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf 7,1 Milliarden Euro. Nicht nur zeigte Adyen damit einen fulminanten Börsengang mit beeindruckenden Zahlen, sondern einen der größten Börsengänge eines europäischen FinTech-Unternehmens überhaupt.

Gefeiert wurde allerdings nicht. Noch nicht einmal eine Pressekonferenz gab es. Genau so hatte Pieter van der Does, einer der zwei Adyen-Gründer, kürzlich auch angekündigt: „Wir feiern lieber Updates bei den Funktionen auf unserer Plattform.“

Vor zwölf Jahren von Pieter van der Does und Arnout Schuijff in Amsterdam als Start-up gegründet, konnte Adyen schnell prominente und finanzstarke Investoren von sich überzeugen. Neben Singapurs Staatsfonds Temasek investierten Größen wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Twitter-Gründer Jack Dorsey in die Niederländer.

Mittlerweile hat das Unternehmen weltweit rund 800 Mitarbeiter. Auf alle Kontinente verteilt führt Adyen 15 Büros. Neben dem Hauptquartier in Amsterdam unter anderem in Berlin, New York, Shanghai, Sao Paolo, Singapur oder Sydney. 2017 überschritt Adyens Jahresumsatz die Milliarden-Dollar-Marke (1,14 Milliarden) – ein Anstieg von mehr als 400 Millionen Dollar und ein Wachstum des Volumens von satten 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Adyen ist eine Zahlungsplattform, bei der Einkäufe mit Kreditkarte oder per Lastschrift digital abgewickelt werden können, ähnlich wie bei PayPal. Nur dass das Geld nicht, wie bei PayPal, von Nutzer zu Nutzer übermittelt wird, sondern zunächst vom Käufer an Adyen transferiert und nach verifiziertem Kauf an den Verkäufer übermittelt wird.

Adyens Versprechen: reibungslose Zahlungen über Ladengeschäfte, mobile und E-Commerce-Kanäle. „Mit Niederlassungen auf der ganzen Welt bedient Adyen neun der zehn größten Internetunternehmen der Welt“, wirbt der Bezahldienstleister für sich. Zu den Kunden gehören unter anderem Facebook, Uber, Netflix, Spotify, Airbnb, Bonobos und L'Oreal. Und erst Ende Januar löste Adyen PayPal als bevorzugten Bezahldienst bei Ebay ab.

Die Bezahldienst-Branche erlebt gerade ein mittelschweres Beben. Nach und nach übernehmen kleinere Neulinge das Geschäft der traditionellen Bezahldienste. Und er Branchenriese selbst wildert unter den Nachkömmlingen: So kaufte PayPal selbst zuletzt für 2,2 Milliarden Dollar das schwedische FinTech-Unternehmen iZettle. Adyens Geschäftsmodell trifft einen Nerv der Zeit. Die Investoren an der Amsterdamer Börse glauben zumindest daran.

Mit Material von dpa und reuters

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