Personalberatung Michael Page will in Deutschland kräftig wachsen

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Die britische Personalberatung Michael Page, die weltweit einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro erzielt, will in den kommenden Jahren besonders stark in Deutschland wachsen.

10 goldene Regeln für den Umgang mit Headhuntern
1. Regel: Kontakte herstellenSuchen Sie bereits dann Kontakte zu einem Personalberater, wenn Sie seine Hilfe noch nicht dringend benötigen. So bringen Sie sich ins Gespräch und können im Bedarfsfall auf den Kontakt zurückgreifen. Quelle: dpa
2. Regel: Der AnrufWenn der Headhunter Sie auf der Arbeit anruft: Erschrecken Sie nicht! Es handelt sich meist um ein erstes Informationsgespräch. Nennen Sie Ihre Handy- oder Privatnummer für einen Anruf außerhalb der Arbeitszeit. Quelle: dpa
3. Regel: Der Grund des AnrufsFragen Sie nie, warum der Headhunter ausgerechnet Sie angerufen hat! Entweder der Berater ist durch Ihre Leistungen direkt auf Sie aufmerksam geworden, oder er sucht jemanden, der genau Ihre Qualifikationen hat. Der Angerufene sollte sich allerdings informieren, ob der Headhunter aufgrund eines konkreten Suchauftrages anruft oder lediglich seine Personalkartei ergänzen will. Quelle: dpa
4. Regel: Interesse zeigenZeigen Sie Interesse für das Angebot des Headhunters. Mit einer Antwort wie „Eigentlich bin ich ganz zufrieden in meiner jetzigen Position, aber ihr Angebot macht mich doch neugierig.“ halten Sie das Interesse der Gegenseite aufrecht, ohne sich festzulegen. Quelle: dapd
5. Regel: Die richtigen Fragen stellenDie Frage nach dem Auftraggeber sollten Sie sich verkneifen. Der Headhunter wird ihn zum gegebenen Zeitpunkt preisgeben. Allerdings sollten Sie mit Fragen zur Unternehmensgröße, Branche und dem Standort den Kreis der möglichen Unternehmen eingrenzen. Wichtig: Nähere Fragen zur Position und zum Aufgabenbereich werden sogar von Ihnen erwartet. Quelle: dpa
6. Regel: Einen Überblick bietenGeben Sie dem Headhunter einen kurzen Überblick über ihr konkretes Aufgabengebiet und Ihre Person. Nur so kann er einschätzen, ob er an der richtigen Adresse ist. Quelle: dpa
7. Regel: Das GehaltSeien Sie darauf vorbereitet, dass das Gehalt relativ schnell zur Sprache kommt. Der Personalberater muss wissen, ab welcher Größenordnung ein Wechsel für Sie in Frage kommt. Üblich sind Gehaltsverbesserungen von 15 bis 30 Prozent. Größere Sprünge können spätestens dann zu peinlichen Fragen führen, wenn der neue Arbeitgeber die Steuerkarte erhält. Quelle: dpa
8. Regel: Zeit zum Nachdenken nehmenHat der Headhunter Interesse an Ihrer Person, wird er ein persönliches Treffen vorschlagen. Nehmen Sie sich Zeit, überdenken Sie dieses Angebot, bevor Sie zusagen – besonders dann, wenn Sie eigentlich gar nicht wechseln wollen.
9. Regel: Das TreffenWenn Sie einem Treffen zustimmen, bringen Sie einen Lebenslauf zum Gespräch mit. Seien Sie darauf vorbereitet, dass der Personalberater nicht nur ihr Fachwissen abklopfen möchte, sondern auch Ihre persönlichen und sozialen Fähigkeiten. Er wird Ihnen Fragen zu Ihren beruflichen Erfahrungen und Erfolgen, zur Familiensituation und zu Ihren wichtigsten Berufsstationen stellen. Quelle: gms
10. Regel: Mit Sympathie punktenWichtig ist auch Ihr Auftreten. Arroganz und Überheblichkeit sind fehl am Platz. Benehmen Sie sich gegenüber dem Personalberater respektvoll. Der Headhunter steht hierarchisch nicht unter Ihnen, sondern ist Ihre Schnittstelle zu einer neuen und – in der Regel – besseren Position. Er entscheidet, ob er Sie mit dem Unternehmen in Kontakt bringt.Wenn Sie mit Ihrem potenziellen Arbeitgeber zusammentreffen, wird der Berater das Gespräch moderieren. Es wäre falsch, Vereinbarungen, die Sie mit dem Berater getroffen haben, an dieser Stelle wieder neu verhandeln zu wollen. Das katapultiert Sie aus dem Auswahlprozess heraus. Quelle: gms

"Deutschland ist in Europa immer noch der unreifste Recruitingmarkt", sagte Page-Chef Steve Ingham der WirtschaftsWoche. Vor allem im mittleren Management seien Personalvermittler in Deutschland kaum üblich. Das will das Unternehmen, das weltweit knapp 5100 Mitarbeiter hat, ändern. "2012 haben wir hier beim Umsatz um zehn Prozent auf knapp 100 Millionen Euro zugelegt. Ich habe mir fest vorgenommen, bis zum Ende meiner Karriere 1000 Mitarbeiter in Deutschland an Bord zu haben", sagte der 50-jährige der Zeitschrift. Derzeit hat Page in Deutschland rund 250 Beschäftigte.

Stark Rückgänge spürt die Personalberatung derzeit im Geschäft mit Finanzdienstleistern. "Die Finanzkrise und die Skandale der letzten Zeit haben das Image der Banken ramponiert. Wer hat schon Lust, dort Karriere zu machen, wenn gerade Polizisten die größte Bank Deutschlands stürmen oder es wie in England Berufsverbote hagelt? Selbstverständlich wirkt sich das auch auf unser Geschäft aus", räumt Ingham ein. "Bisher haben wir etwa 20 Prozent unseres Umsatzes weltweit mit Finanzdienstleistern gemacht. Aktuell sind es nur noch acht Prozent."

Als starke Konkurrenz seines Geschäftes sieht Ingham vor allem die sozialen Netzwerke. "Tatsächlich sind Netzwerke wie LinkedIn fast zu reinen Recruitingplattformen verkommen. Sie dienen nicht mehr wirklich dem sozialen Netzwerken", so Ingham. "Für auf dem Jobmarkt wirklich gefragte Leute ist LinkedIn ein Albtraum. Sie werden ungefiltert mit Jobanfragen bombardiert und wenden sich genervt ab." Hier sieht Michael Page seine Chance.

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