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Pleite im Wettmarkt Sportwettenveteran Mybet stellt Insolvenzantrag

Der Glücksspiel- und Wettanbieter Mybet hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Quelle: imago

Der Vorstand des Glücksspiel- und Wettanbieters Mybet hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Sascha Feies soll nun dafür sorgen, dass das Spiel weitergeht.

Egal ob gerade die U23-Fußballmannschaften von Nordkorea und Iran gegeneinander antreten, oder Hongkong gegen Palästina spielt - auf der Homepage des Wettanbieters Mybet lässt sich auf so ziemlich alles wetten, was im Sport geboten wird. Die derzeit spannendsten Wetten dürften indes auf den Fortbestand des Unternehmens laufen. Bereits am Dienstag hatte der Mybet-Vorstand mitgeteilt, einen Insolvenzantrag vorzubereiten.

Jetzt ist es amtlich: Der Sportwettenveteran hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingereicht. Gleichzeitig betroffen von der Antragstellung sind auch die zur Mybet-Gruppe gehörenden Anybet GmbH und die SWS Service GmbH. Nach Informationen der WirtschaftsWoche wurde Sascha Feies, Partner der Wirtschaftskanzlei Görg, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Berliner Jurist war zuvor unter anderem gemeinsam mit seinen Kanzlei-Kollegen Thorsten Bieg und Gerrit Hölzle bei KTG Energie im Einsatz.

Bei der börsennotierten Mybet muss Feies nun zunächst dafür sorgen, dass der Geschäftsbetrieb weiterläuft. Insolvenzrechtlich beraten wurden die deutschen Mybet-Gesellschaften zuvor von einem Team um Torsten Martini von der Berliner Insolvenzkanzlei Leonhardt Rattunde. Mit Görg und Leonhardt Rattunde sind damit gleich zwei der führenden Insolvenzkanzleien an Bord.

Der Wettanbieter, der zunächst als Fluxx.com gestartet war, später Jaxx hieß und zuletzt in Mybet umgetauft worden war, steckte schon längere Zeit in der Krise. So gab es regelmäßig Konflikte mit Regulierungsbehörden, die dazu führten, dass das Geschäft in einigen Ländern aufgegeben werden musste. Hinzu kamen IT-Probleme und Ärger mit Geschäftspartnern. Verschärft wurden die Lage durch eine Entscheidung des Finanzamtes Frankfurt, das säumige Steuern über rund vier Millionen Euro einforderte.

Einen Antrag auf einstweilige Einstellung der Vollstreckung der rückständigen Sportwettensteuern lehnte das Finanzamt ab. Als dann auch noch Gespräche mit einem Investor über eine mögliche Veräußerung des unter der Domain www.mybet.com betriebenen Online-Geschäfts scheiterten, zog der Vorstand die Reißleine.

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