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Post-Studie So sieht die Zukunft des Onlinehandels aus

Vier Szenarien zur Zukunft des Onlinehandels hat die Post entworfen. Die neue Studie prognostiziert ihm ein stärkeres Wachstum als die meisten E-Commerce-Experten bisher - und sagt damit ganz nebenbei das baldige Ende vieler Einzelhändler voraus.

Der Onlinehandel boomt. Laut Studie der deutschen Post könnte er 2025 schon einen Anteil von 40 Prozent haben. Quelle: dpa

Die bunten Grafiken der "E-Tailing 2025"-Studie verpacken zwei Botschaften: eine hoffnungsvolle und eine finstere. Sie prognostizieren den Erfolg der Online- und den Niedergang vieler Einzelhändler.

In der groß angelegten Studie hat die Deutsche Post von Zukunftsforschern vier Szenarien entwerfen lassen, wie der elektronische Handel im Jahr 2025 aussehen könnte: Egal ob bei bei boomender oder stagnierender Wirtschaft, der Internethandel werde weltweit an Bedeutung gewinnen. China, so die Annahme, wird in wenigen Jahren mit Westeuropa und den USA gleichziehen.

Auch in Schwellenländern wird bald zunehmend vom Computer aus geshoppt, zumindest wenn die Infrastruktur stimmt. Die Ergebnisse sind in ihrer Tendenz wenig überraschend, das Ausmaß hingegen schon.

Die vier Zukunftsszenarien der Post


Gewinner der Entwicklung sind neben den Online- und pfiffigen Einzelhändlern vor allem die Lieferdienste. 2,7 Milliarden Pakete wurden allein 2013 in Deutschland verschickt - so viele wie noch nie. Kein Wunder, dass die Prognosen der Post zur Zukunft des Onlinehandels optimistisch ausfallen: Der reine Online-Handel könnte bald bis zu 40 Prozent am gesamten Handelsumsatz ausmachen, schätzen die Autoren der Studie. Hinzu kämen große Anteile an den hybriden Handelsformen.

Selbst im defensivsten Szenario und bei einer stagnierenden Weltwirtschaft hätte der reine Onlinehandel im Jahr 2025 noch immer auf einen Anteil von 15 Prozent. Zum Vergleich: Aktuell macht E-Commerce gerade einmal acht Prozent des gesamten Handelsvolumens in Europa aus.

Eine Studie des Instituts für Handelsforschung prognostiziert im Vergleich deutlich niedrigere Werte: Bis 2020 würde demnach der Online-Umsatzanteil am Einzelhandel zwischen zehn und maximal 22 Prozent liegen. Auch das eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein bleibt in einer aktuellen Studie trotz optimistischer Schätzungen deutlich unter den Höchstwerten. "Ich glaube, der Kunde wird auch in Zukunft noch im stationären Handel einkaufen wollen", erklärt Research-Center-Leiter Gerrit Heinemann.

Selbst bei moderatem Wachstum des Onlinehandels sind die Auswirkungen enorm. Die Abwanderung der Kunden ins Netz geht, keine Überraschung, zu Lasten des stationären Handels. Darunter haben vor allem die Klein- und Mittelstädte zu leiden.

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