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ProSiebenSat.1 Vorstandschef Ebeling muss gehen

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Dax-Einzug als größter Erfolg

Dabei war der Einzug in die Eliteklasse der börsennotierten deutschen Unternehmen der größte Erfolg in der achtjährigen Amtszeit von Ebeling. Im Frühjahr 2016 wurde ProSiebenSat.1 als erstes deutsches Medienunternehmen im Dax notiert. Bis dahin hatte der ehemalige Novartis-Manager scheinbar alles richtig gemacht. Als einer der Ersten in der Branche verstand er, dass auch nicht gebuchte Werbezeiten einen Wert haben. Die freien Spots reichte er an Start-ups weiter und kassierte dafür im Gegenzug Beteiligungen daran. So legte er den Grundstein für ein umfangreiches Portfolio an Onlinefirmen. Parallel nutzte er die Gewinne aus dem TV-Geschäft, um Film-Produktionsgesellschaften zu kaufen, die Youtube-Vermarktung auszubauen, den Videodienst Maxdome anzuschieben. So machte er ProSiebenSat.1 unabhängiger von den Werbeeinnahmen.

Inzwischen stehen die neuen Geschäftsbereiche für rund die Hälfte des Umsatzes. Das ist wohl sein größtes Verdienst. Das Problem dabei: Das Fernsehen erwirtschaftet nach wie vor 70 Prozent des Gewinns. Das heißt: Der Konzern steht und fällt bis heute mit den TV-Kanälen, allen voran ProSieben, Sat.1 und Kabel eins. Und die haben zuletzt kräftig an Zuspruch der Zuschauer verloren. Und auch die Online-Videothek Maxdome tut sich schwer im Wettbewerb mit Netflix und Amazon. Dazu kommt: Im dritten Quartal musste der Konzern 170 Millionen Euro an Programmvermögen abschreiben.

Wer auch immer künftig auf dem Chefsessel am Konzernsitz in Unterföhring Platz nimmt: Der scheidende Vorstandsvorsitzende ist sich sicher, dass es bald wieder bergauf geht: „Mein Nachfolger wird ein motiviertes und erfahrenes Team vorfinden, das bestens gerüstet ist, die Erfolgsgeschichte von ProSiebenSat.1 fortzusetzen“, betonte Ebeling am Sonntag.

Der Abgang kommt zwar etwas plötzlich. Aber um seine Rente muss sich Ebeling trotzdem keine Sorgen machen. Der TV-Konzern hat ihn längst reich gemacht. Und schon vor Jahren haben ihn die Finanzinvestoren Permira und KKR bei ihrem Ausstieg den stolzen Bonus von 23,4 Millionen Euro überwiesen.

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