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PWC, EY, KPMG, Deloitte Die „Big Four“ wachsen rasant weiter

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Firmen mit Exportgeschäft brauchen oft die „Big Four“

Strategisch geht es vor allem darum, sich langfristig mit noch größerer Kompetenz für die digitale Transformation der Wirtschaft zu rüsten. „ Wir wollen unsere Mandanten durch diesen Wandel begleiten“, formuliert es Julie Teigland, die im globalen EY-Netzwerk die Region Deutschland, Schweiz und Österreich leitet. „Der Berater, der sagen kann, wo es hingehen muss, der wird als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgehen.“

Die Stuttgarter Gruppe ist mit dieser Strategie indessen keineswegs allein. Alle großen Konkurrenten treten mit ähnlichen Ambitionen an: Deloitte etwa will sich als „Spezialist für die digitale Transformation“ und Multi-Dienstleister positionieren. Der Branchendritte KPMG hat sich das Ziel gesetzt, zum „führenden Digitalisierungsberater im Markt“ zu werden, wie es KPMG-Chef Klaus Becker jüngst formulierte. Auch Branchenführer PWC, der sich vor drei Jahren mit der Übernahme des Beraters Booz & Company erheblich verstärkte, setzt massiv auf das Thema Digitalisierung. 

Wie bei den meisten Konkurrenten hat unterdessen auch bei EY das Beratungsgeschäft in den letzten Jahren überproportional zugelegt. Im vergangenen Geschäftsjahr wuchs es um insgesamt gut 26 Prozent, wobei der Bereich der Transaktionsberatung  mit plus 34 Prozent sogar noch stärker expandierte als die sonstige Unternehmensberatung (mit plus 18,6 Prozent). 

Der Anteil des Beratergeschäfts am Gesamtumsatz erhöhte sich damit um vier Punkte auf nunmehr 40 Prozent. Das entspricht in etwa auch dem Schnitt der „Big Four“. Beim Branchenvierten Deloitte entfällt bereits gut die Hälfte des Geschäftsvolumens auf die Unternehmens- und Transaktionsberatung.

Ambitionen in der Prüfung

Aber auch in der klassischen Wirtschaftsprüfung ist das Potenzial der „Big Four“ noch keineswegs ausgereizt. Im Gegenteil: Sie haben in den letzten Jahren Marktanteile gewonnen, und das dürfte sich einer Studie des Analyse- und Beratungsunternehmens Lünendonk zufolge weiter fortsetzen.  Die Top-4 rechnen danach für die nächsten Jahre mit durchschnittlich etwa zehn Prozent Wachstum im Prüfgeschäft, die nachfolgenden 21 Firmen nur mit sechs Prozent, und bei den kleineren dürften die Zuwächse noch bescheidener ausfallen.

Hintergrund ist die wachsende Globalisierung des Geschäfts bei vielen Unternehmen. Sie sind dadurch immer stärker auf Wirtschaftsprüfer und Berater angewiesen, die über ein internationales Netzwerk und Know-how verfügen. EY-Chef Barth rechne20850642t daher mit einer weiteren Konsolidierung im Mittelfeld der Branche, das heißt unter den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften auf den Positionen fünf bis 15. Es werde weiterhin auch ein Geschäft geben für kleinere, regional tätige Prüfer. „Aber soweit es um Firmen mit Exportgeschäft geht, das wird weiter auf die Big Four zulaufen.“

EY konnte im klassischen Prüfungsgeschäft 2016/17 überdurchschnittlich um elf Prozent auf 546 Millionen Euro zulegen und dabei nach eigenen Angaben seine Position als Marktführer im Mittelstand festigen. Zum Wachstum trugen außerdem mehrere neu gewonnene Mandate bei Banken bei, darunter die Commerzbank, die KfW und die Helaba. Bei den Dax-Konzernen hat EY derzeit vier Mandate (Commerzbank, Siemens, Beiersdorf und Heidelbergcement).

Mittelfristig strebe man hier einen Marktanteil von  20 Prozent an, sagte Barth. „Wir werden auch im Bereich der Großkonzerne noch das ein oder andere Mandat hinzugewinnen“,  zeigt sich der EY-Chef überzeugt.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Barth  für die Gruppe insgesamt ein Umsatzwachstum „im guten einstelligen Prozentbereich“ auf vergleichbarer Basis. Mit der bisherigen Geschäftsentwicklung und auch mit der Ertragsentwicklung sei man sehr zufrieden. Hinzu kommen die Effekte der jüngsten Zukäufe, die immerhin rund 60 Millionen Umsatz, mitbringen, aber 2017/18  auch noch nicht ganzjährig in die Zahlen einfließen. Ob EY inklusive der Akquisitionen sogar zweistellig wachsen könnte? EY-Manager Barth sagt: „Wir würden das nicht ablehnen.“

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