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Radikaler Umbau 2014 wird zum Jahr der Entscheidungen für Roland Koch

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Wundtelefoniert

Vorstandsvorsitzender Koch treibt den Wechsel vom riskanten Bau- ins weniger volatile Servicesegment voran. Quelle: dpa

„Optimierungspotenzial“ sehen die Betriebsräte aber bei der Einbeziehung der Mitarbeiter in den Umbauprozess. In Arbeitsgruppen säßen die Berater von Boston Consulting, die Kochs „Excellence“-Projekt entwickelt haben, aber die Bilfinger-Basis werde dort zu wenig berücksichtigt. Es fehle „ein Change-Management, das offensiv und regelmäßig über die Diskussionspunkte und Zwischenstände berichtet“.

Viele Kollegen würden demnach gerne gute Ideen einbringen, „wie man mehr Innovation und Effizienz erreichen könnte“. Mitarbeiter beklagen die Ineffizienz der Behörde Bilfinger und wünschen Veränderungen. „Man hat sich hier oft wundtelefoniert, bis man eine Entscheidung bekam“, sagt ein Bilfinger-Mann. Aber durch den Zeitdruck, unter dem Koch nun den Umbau durchziehe, könne gleich wieder Sand in das neue Konzerngetriebe geraten.

Besonders groß ist die Verunsicherung in München. Der im Herbst geschasste Industriesparten-Chef und Konzernvorstand Töpfer hatte seine Hand über die dortige BIS-Teilkonzernzentrale gehalten. Die Sparte bestand weitgehend aus dem 2002 gekauften Industriedienstleister Rheinhold &Mahla. Töpfer hatte 2011 als Kandidat für den Chefposten gegolten – aber Koch wurde es.

Dienstleister



Im September 2013 schasste er den Rivalen und bekam so besseren Zugriff auf das wichtigste Bilfinger-Standbein. BIS erwirtschaftet mit 3,6 Milliarden Euro zwei Fünftel des Konzernumsatzes. Drei Monate später reiste Töpfers Nachfolger Pieter Koolen nach München und verkündete das Aus für die mächtigste Teilkonzernverwaltung mit 250 Mitarbeitern.

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    So brutalstmöglich ging Koch erstmals vor in seiner Bilfinger-Zeit. Trotzdem setzen die Betriebsräte auf Kooperation. Sie wollen Koch davon überzeugen, die Mannschaft beim Konzernumbau besser einzubeziehen. Die Chance hat er sofort: bei der jetzt im Hauptquartier beginnenden Planung der neuen zentralen Service-Center.

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