Regionalzeitungen Friede Springer nennt Zeitungsverkauf „unumgänglich“

Nach dem Verkauf der letzten Springer-Regionalzeitungen spricht nun die Mehrheitsaktionärin. An dem Deal habe kein Weg vorbeigeführt, sagt Friede Springer.

Der Verkauf von Regionalzeitungen und Zeitschriften des Springer-Verlags war nach Ansicht der Hauptaktionärin Friede Springer „unumgänglich“. Quelle: dpa

Ihr Vorstandschef betont, der Journalismus solle Kerngeschäft bleiben. Der Verkauf von zwei Regionalzeitungen und sieben Zeitschriften aus dem Springer-Medienkonzern war nach den Worten von Mehrheitsaktionärin Friede Springer „unumgänglich“. Die Entscheidung sei schwer gefallen, aber auch eine logische Konsequenz aus der Entwicklung des Marktes gewesen, sagte Springer der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („F.A.S.“) zu dem spektakulären Deal.
Sie verfolge die Entwicklung auf dem Zeitungsmarkt seit Jahren und sehe die täglichen Zahlen, sagte die Verlegerin. Mit Blick auf die Geschichte des Verlagshauses fügte sie hinzu: „Das Alte ist vergangen, wirklich vergangen.“
Der Springer-Medienkonzern verkauft für insgesamt 920 Millionen Euro seine Regionalzeitungen „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ sowie seine Programm- und Frauenzeitschriften, darunter „Hörzu“ und „Bild der Frau“. Käufer ist die Funke Mediengruppe (Essen), die unter anderem die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ und die „Braunschweiger Zeitung“ herausgibt.

Springer wolle an den verbliebenen Titeln „Bild“ und „Welt“ festhalten, betonte die Verlegerin. „Solange ich als Mehrheitsaktionärin hier etwas zu sagen und mitzubestimmen habe, werden die Welt- und die Bild-Gruppe nicht angetastet.“ Beide Zeitungen sollten vielmehr gestärkt werden.
In einem Interview mit der Zeitung „Schweiz am Sonntag“, das vor Bekanntwerden des Zeitungsverkaufs geführt worden war, betonte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner, der Journalismus bleibe das Kerngeschäft von Springer. „Wir sind überzeugt, dass Journalismus, Werbevermarktung und das Rubrikengeschäft auch in der digitalen Welt funktionieren.“ Es wäre problematisch, wenn Springer in reinen E-Commerce mit Warenrisiko investiere. „Das hat mit Journalismus nichts zu tun“, sagte Döpfner.

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Unterdessen teilte Axel Springer mit, dass sich der Konzern auch von Print-Aktivitäten in Frankreich trennt. Der Verlag PGP werde an das Medienunternehmen Reworld Media verkauft. Ein Springer-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht des Hamburger Medienmagazins „new business“. PGP bringt Magazine in den Segmenten Frauen, Kochen und TV heraus. PGP trage nur einen Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich zum Gesamtumsatz bei, betonte Springer.

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