Reiseanbieter TUI hält ihr Geld zusammen

Die Unruhen in Nordafrika haben einigen Reiseanbietern das Geschäft verhagelt. Die TUI AG konnte ihre Gewinne trotzdem steigern. Allerdings will das Unternehmen sparen - und streicht die Dividende.

Logo der Tui vor deren Hauptsitz Quelle: REUTERS

In der arabischen Welt hat sich viel getan in diesem Jahr - und das bekam auch die Tourismusbranche zu spüren. Beliebte Urlaubsziele wie Ägypten wurden aus Sicherheitsgründen nicht mehr angesteuert, Urlauber vorzeitig aus den betroffenen Ländern ausgeflogen. Das Aufbegehren der Völker in Nordafrika hat einigen Branchengrößen die Bilanz verhagelt. Die TUI ist allerdings mit Gewinnen aus der Nordafrika-Krise rausgekommen. Die politischen Umwälzungen in Nordafrika kosteten TUI rund 83 Millionen Euro. Allerdings wich ein Großteil der Gäste, die bereits Reisen in eines der betroffenen Länder gebucht hatten, auf andere Reiseziele wie zum Beispiel Spanien aus. Dadurch stieg die Auslastung der dortigen Hotels, die Kosten für die Umbuchung wurden davon gedeckt. "Wir gehen gestärkt in das neue Jahr", sagte Vorstandschef Michael Frenzel.

Die beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen
Die Deutschen werden gerne als Reise-Weltmeister bezeichnet. Zu Recht: Im letzten Jahr reisten rund 49,0 Millionen Deutsche innerhalb Deutschlands und ins Ausland. Hier die
Auf Platz 10: Großbritannien. 1,3 Prozent der Deutschen planen im nächsten Jahr dorthin zu fahren. Bei einer London-Besichtigung darf das Regierungsviertel mit Big Ben und Westminster Bridge nicht fehlen. Quelle: REUTERS
Den 9. Platz besetzt Dänemark. Wer nach Kopenhagen fährt sollte sich auch mal den Hafen anschauen. 2012 wollen 1,4 Prozent Urlaub in Dänemark machen. Quelle: Fotolia
Die Top 8: Kroatien. Der Urlaubs-Klassiker
Trotz oder wegen der Krise: 2 Prozent planen einen Urlaub in Griechenland, das damit Platz 7 in der Beliebtheitsliste belegt. Griechenland abseits der Demonstrationen - der Parthenon auf der Akropolis. Quelle: AP
Auf Platz 6: Skandinavien. 2,9 Prozent der Deutschen wollen im nächsten Jahr zu den Fjorden Norwegens und Schwedens - hier ein zugefrorener Fjord bei der Stadt Longyearbyen auf Spitzbergen. Quelle: REUTERS
Den 5. Platz belegt die Türkei. 3,2 Prozent wollen nächstes Jahr dorthin fahren. Beliebt sind die Strände bei Antalya, die auch meist ruhig sind - es sei denn es gibt einen Wirbelwind zu beobachten. Quelle: REUTERS

Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte das Unternehmen seinen Überschuss um vier Prozent auf 118 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg auf 600 Millionen Euro an, der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf 17,5 Milliarden Euro. Den Großteil davon erwirtschaftete die Tochter TUI Travel.

Vorstandschef Michael Frenzel gibt allerdings zu bedenken, dass das konjunkturelle Umfeld im nächsten Jahr schwierig bleiben werde. "Das Umfeld bleibt angesichts des sich abschwächenden wirtschaftlichen Wachstums in Europa und der unverändert hohen Energiekosten herausfordernd", sagte er. Er rechnet nur mit einem "moderaten Zuwachs bei Umsatz und operativem Ergebnis."

Deshalb hat der Reiseanbieter beschlossen, die Aktionäre in diesem Geschäftsjahr leer ausgehen zu lassen. "Wir sind der Auffassung, dass angesichts des aktuellen Finanzmarktumfeldes die weitere Konsolidierung unserer Finanzen die oberste Priorität hat", sagte Frenzel. Die Dividende fällt also flach. Jedoch wolle er möglichst bald wieder eine Gewinnbeteiligung ausschütten. Zuletzt haben die Anteilseigner vor vier Jahren eine Dividende bekommen: 2007 gab es 25 Cent pro Aktie.


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