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Reiseexperte Martin Buck „Ich erwarte eher moderate Preissteigerungen“

Zum Auftakt der Internationalen Tourismusbörse spricht Reiseexperte Martin Buck über die Entwicklung der Preise für Dienstreisen und mögliche Alternativen.

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Die Preise für Flugtickets dürften steigen, meint Martin Buck. Quelle: dpa

Herr Buck, Geschäftsreisethemen sind mittlerweile fester Bestandteil des ITB-Kongress-Programms. Welche Themen stehen im Vordergrund?

Buck: Der wichtigste Trend ist und bleibt das Thema Kostensenkung. Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die deutschen Unternehmen ihre Kosten im Griff haben, die Ausgaben für Geschäftsreisen spielen dabei eine wichtige Rolle. Wir greifen diesen Trend mit der thematischen Ausrichtung unsereer Business Travel Days auf.

Der zweite Trend ist das Thema Automatisierung der Prozesse und Abläufe. Immer mehr Geschäftsreisende nutzen Apps für Smartphones und Tablet-Computer für ihre Reiseplanung. Die Travel Manager müssen diese Apps in die Reiserichtlinien ihrer Unternehmen integrieren. Im Rahmen unserer ITB-Library erscheint zur Messe übrigens ein Buch mit allen derzeit angebotenen Travel-Apps.

Was konkret bieten Sie den Travel Managern auf den Business Travel Days?

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    Der Deutsche Reiseverband hat eine Präsentation zum Thema „Chefsache Business Travel“ vorbereitet, die Kreditkartengebühr der Luftverkehrsgesellschaften wird auf der Podiumsdiskussion „Preisfrage“ abgehandelt, zu einer weiteren Diskussion treffen sich mittelständische Aussteller unter dem Motto „Small is beautiful“  und außerdem geht es um den Dauerbrenner Sicherheit und Risikomanagement für Geschäftsreisen.

    Martin Buck

    Müssen die Geschäftsreisenden angesichts des drohenden Konjunkturabschwungs mit zusätzlichen Komfortabstrichen rechnen?

    Im Moment sind die Aussichten für die deutsche Wirtschaft ja noch relativ gut. Aber wenn aus der zu erwartenden Konjunkturabflachung eine Rezession wird, gehe ich davon aus, dass die Unternehmen ihre Reiseausgaben begrenzen, so wie das bei der Krise Ende 2008 und 2009 auch passierte.

    Dienstreisen

    Mehr Videokonferenzen?

    Die Typologie eines Handlungsreisenden
    Der Veteran Quelle: AP
    Der Reisemüde Quelle: gms
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    Das Greenhorn

    Wie werden sich die Reisepreise Ihrer Meinung nach entwickeln?

    Die Preise für Flugtickets dürften steigen. Insgesamt erwarte ich eine eher moderate Anhebung, auch weil auf dem deutschen Markt und innereuropäisch Air Berlin als Korrektiv wirkt und die Lufthansa davon abhält, allzu heftig zuzulangen. Allerdings können sich je nach Strecke und Region Unterschiede bei den Preissteigerungen ergeben. Ein Unsicherheitsfaktor im internationalen Luftverkehr bleiben die Emissionsrechte. Ich bin gespannt, was dort passiert, nachdem die USA und China ihren Airlines verboten haben, daran teilzunehmen.

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      Bleibt die Luftverkehrsabgabe?

      Ich fürchte ja – es sieht nicht danach aus, dass Finanzminister Schäuble darauf verzichten wird.

      Der Verband Deutsches Reisemanagement befürchtet, dass auch Hotelübernachtungen teurer werden, nachdem das von den meisten Firmen genutzte Hotelreservierungssystem HRS den Mitbewerber hotel.de übernommen hat?

      Das sehe ich nicht so dramatisch. Abgesehen davon, dass das Kartellamt ein wachsames Auge auf HRS hat, sorgt auch das große Angebot mit seinen zielgruppenspezifischen Produktdifferenzierungen dafür, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

      Die großen Reisebüroketten wie BCD travel, Carlson Wagonlit, HRG oder FCM sind auf der ITB schon seit geraumer Zeit nicht mehr vertreten. Warum eigentlich nicht?

      Geschäftsreiseanbieter sind auf der Messe sowieso in der Minderheit. Lufthansa ist nach mehrjähriger Abstinenz zwar wieder mit einem Stand vertreten, aber auch Autovermieter sind zum Beispiel nicht da. Für Geschäftsreiseexperten ist die ITB weniger eine Ausstellermesse sondern mehr ein Netzwerk-Treffpunkt: Im vergangenen Jahr haben rund 2500 Travel Manager die ITB besucht. Und was die von Ihnen erwähnten Geschäftsreise-Ketten angeht, muss sich ohnehin zeigen, wie die ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln. Allgemein ist ja ein Trend zur Dezentralisierung zu beobachten, vor allem durch neue mobile Kommunikationstechniken wie die bereits erwähnten Apps, die außerdem die Preistransparenz fördern.

      Sind Videokonferenzen eine Alternative für Geschäftsreisen?

      Im Prinzip ja, und wenn wir wirtschaftlich tatsächlich in eine Krise steuern, könnte das die Entwicklung fördern, zumal ja viele Unternehmen inzwischen die notwendige Infrastruktur haben. Generell gehe ich davon aus, dass Videokonferenzen sich weiter verbreiten werden. Das Problem bleibt aber die Sicherheit dieser Technik. Der Fall des Hackers aus Boston, der sich ohne allzu große Schwierigkeiten in das Videokonferenzsystem von Goldman  Sachs schalten konnte, zeigt, dass es dort einen Riesennachholbedarf gibt.

       

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